"Indiens Führung wird gebraucht in einer Welt, die sich nach Freiheit sehnt", sagte Bush gestern in Neu Delhi. "Männer und Frauen von Nordkorea über Birma, Syrien, Simbabwe bis Kuba verlangen nach Freiheit." Bush griff auch den Iran scharf an. "Im Iran wird ein stolzes Volk von einer kleinen geistlichen Elite als Geisel gehalten, die ihnen Grundrechte verweigert, Terrorismus unterstützt und nach Atomwaffen strebt."
Bush sagte: "Amerika und Indien werden das Licht der Freiheit gemeinsam in die dunkelsten Ecken unserer Erde tragen." Die Menschen in undemokratischen Staaten würden ihre Freiheit nicht über Nacht erringen, hätten aber die Geschichte auf ihrer Seite. "Als Weltmacht hat Indien die historische Pflicht, Demokratie rund um die Welt zu verbreiten", betonte Bush. Der US-Präsident flog gestern nach Pakistan, der letzten Station seiner Reise.
Bush verteidigte das Atom-Abkommen zwischen den USA und Indien gegen Kritik. Die Vereinbarung werde die Sicherheit und die Wirtschaft beider Staaten stärken, sagte er. Indien und die USA hatten sich auf das von beiden Seiten als historisch bezeichnete Atom-Abkommen geeinigt. Nach mehr als 30-jährigem Boykott wollen die USA als erstes Land der Welt wieder Atomtechnologie an Indien liefern. Zudem will die US-Regierung Indien auch hochmoderne Waffensysteme verkaufen. Die Aussichten für Geschäfte bei Kampfjets, Hubschraubern, Flugzeugen zur Seeüberwachung und Schiffen seien "viel versprechend", teilte das Pentagon mit.
China forderte Indien auf, den Atomsperrvertrag zu unterzeichnen und verlangte indirekt auch die Abschaffung der indischen Atomwaffen. "Als Unterzeichner des Atomsperrvertrags hofft China, dass Nicht-Unterzeichner so schnell wie möglich als Nicht-Atomwaffenstaaten beitreten und damit dazu beitragen, das internationale Regime der Nicht-Weiterverbreitung zu stärken", sagte ein Sprecher in Peking.
Bei Protesten gegen Bush kamen gestern in der nordindischen Stadt Lucknow zwei Menschen ums Leben. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden, als Polizisten das Feuer eröffneten, berichtete indische Medien. Beim Aufenthalt Bushs in Hyderabad seien bei Zusammenstößen zwischen Demons tranten und der Polizei mindestens fünf Menschen verletzt worden. In Pakistan löste die Polizei mehrere Demonstrationen auf. Mindestens ein Mensch kam ums Leben. (dpa/roe)