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| 01:08 Uhr

Bush kündigt hartes Durchgreifen im Irak an

Gaborone/Bagdad.. Angesichts der zahllosen Angriffe auf die US-Streitkräfte im Irak hat US-Präsident George W. Bush seinen Willen zu einem harten Durchgreifen gegen die Gegner der Besatzungsmächte bekräftigt.

"Wir werden hart bleiben müssen", sagte Bush gestern bei seinem Besuch in Botswana.
Seine Regierung habe im Irak zweifellos ein "Sicherheitsthema" zu bewältigen, sagte Bush bei seinem Besuch in Gaborone, der Hauptstadt Botswanas. "Die Menschen brauchen mehr als 90 oder 100 Tage, um die Freuden der Freiheit und die damit verbundene Verantwortung zu erkennen." Für die US-Regierung sei das Engagement in dem Land sehr wichtig, denn ein freies Irak bedeute auch "eine friedliche Welt".
Bushs Äußerungen folgten auf eine Serie neuer Angriffe auf die US-Truppen im Irak. In Mahmudijah im Süden von Bagdad wurde nach Armeeangaben ein Soldat von irakischen Kugeln getötet. Bei einem weiteren Angriff in Tikrit in der Heimatregion des ehemaligen Machthabers Saddam Hussein kam nach Angaben eines Armeesprechers ein US-Soldat ums Leben. Ein GI erlag laut Armee in Balad nördlich von Bagdad Verletzungen, die er sich bei einem Unfall zugezogen hatte. Die Zahl der seit Ende der Hauptkampfhandlungen Anfang Mai gestorbenen US-Soldaten stieg damit auf 77. Weitere Angriffe auf US-Soldaten wurden unter anderem aus Ramadi und Falludscha westlich von Bagdad gemeldet.
Deutschland und Frankreich schlossen indes eine Entsendung von Truppen in den Irak ohne ein entsprechendes UN-Mandat erneut aus. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte sich zuvor für die Beteiligung deutscher und französischer Truppen am Wiederaufbau Iraks ausgesprochen. Rumsfeld sagte vor dem Streitkräfte-Ausschuss des Senats, unter anderem wegen der enorm hohen Kosten für die US-Regierung sollten weitere Nationen Militärkontingente nach Irak schicken. Die Besatzung Iraks kostet die US-Regierung nach eigenen Angaben knapp vier Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) im Monat.
Rumsfeld wies eine Mitverantwortung an der öffentlichen Verwendung fehlerhafter Informationen über angebliche irakische Uran-Einkäufe in Niger zur Rechtfertigung des Irak-Krieges zurück. Er habe erst vor kurzem erfahren, dass US-Geheimdienstberichte über den Sachverhalt falsch waren, sagte der Minister vor dem Senatsausschuss. Die Demokraten hatten Bush Täuschung vorgeworfen, weil er die Vorwürfe in seiner Rede zur Nation im Januar trotz Zweifel der eigenen Geheimdienste öffentlich verbreitet hatte.
In der britischen Regierung mehren sich unterdessen laut einem Medienbericht die Zweifel an der Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen. Hochrangige Regierungsmitglieder glaubten nicht mehr daran, dass tatsächlich "physische Beweise" für ABC-Waffen gefunden würden, berichtete die BBC. Gleichwohl sei sich die Regierung sicher, dass es Programme für Massenvernichtungswaffen im Irak gegeben habe. (AFP/roe)