Die Stimmung sei sofort aggressiv gewesen. Drei bis sechs Täter hätten aus der Gruppe heraus Steine geworfen und Böller gezündet, sagte eine Sprecherin. Die Flüchtlinge seien in Angst und Schrecken versetzt worden. Der Busfahrer erlitt durch einen Böller eine Fußverletzung. Auch ein Mitarbeiter des Wachdienstes wurde getroffen, habe den Feuerwerkskörper aber noch mit seinem Fuß wieder aus der Gefahrenzone schießen können. Eine Fensterscheibe des Busses wurde zerstört.

Nach Angaben von OAZ-Sprecherin Kathleen Doetsch griff die Polizei sofort ein und stellte auch die Identität von Beteiligten fest. Die Flüchtlinge hätten die Unterkunft anschließend nicht mehr beziehen wollen und seien in ein anderes Quartier gebracht worden. Das OAZ ermittelt wegen Landfriedensbruchs. "Wir werden den Verantwortlichen für diesen feigen Gewaltexzess den Prozess machen und sie zur Rechenschaft ziehen", sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU).

Polizei und Staatsanwaltschaft hätten in den vergangenen Wochen mehrfach bewiesen, dass sie fremdenfeindliche Täter zügig entlarvten. Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) forderte eine konsequente Verfolgung und Bestrafung. "Eine kleine radikale und hochgefährliche Minderheit versetzt das ganze Land in Schrecken", sagte Köpping. Ein Dialog sei sinnlos. Die Gemeinde distanzierte sich von den Ausschreitungen und geht davon aus, dass die Krawallmacher von außerhalb kamen.