"Dass die kein Schweinefleisch essen, ist noch das geringste Problem", haben wir unlängst im Landtag in einer Rede des CDU-Fraktionschefs Frank Kupfer gelernt. Nein, da sind ja noch viel mehr Besonderheiten der morgenländischen Kultur, über die wir werden reden müssen.

Im Erzgebirge ist jetzt eine Debatte um den Burkini entbrannt. Burkini? Das ist ein Badeanzug mit Armen und Beinen und Rock dran. Ob eine Muslima mit sowas ins Bad darf, das wird laut Freier Presse rund um Aue und Schwarzenberg gerade "heiß diskutiert". Zum Glück hat die örtliche CDU einen klaren Standpunkt. "Einen Burkini kann ich mir im Schwimmbad nur schwer vorstellen", sagt der Landtagsabgeordnete Alexander Krauß im Interview, "so etwas zu tragen, ist sicher kein übermäßiger Spaß für die Frauen." Aber schlimmer noch: "Wenn man voll bekleidet ins Wasser springt, stellt sich für mich außerdem die Frage nach der Hygiene."

Ja, Fragen über Fragen. Dau ernd kommen Leute ins Bürgerbüro und fragen nach diesem Burkini. Was soll man denen antworten? Zum Beispiel, dass der Burkini so eine Art Mode-Yeti ist. Erfunden von Witzbolden, um die Menschheit zu erschrecken. Dass sich ein paar Designer einen Spaß machten, als damals Bilder von den Ganzkörper-Vorhängen unterdrückter Afghaninnen um die Welt gingen. Dass dieses nebulöse Zwischending aus Burka und Bikini zwar alle interessiert, es aber keiner tragen will, weil es nicht besonders gut aussieht. Und dass man deshalb dieses hochfaszinierende Kleidungsstück auch in sächsischen Bädern leider niemals wird bestaunen können.