Die Situation im Wasserstreit von Burg (Spree-Neiße) wird immer verfahrener. Kürzlich reisten Vertreter des Brandenburger Innenministeriums zu einem Treffen in den Landkreis Spree-Neiße. "Auf Bitte des Amtes Burg", wie Susanne Riedel vom Landkreis Spree-Neiße bestätigte. Auf der Tagesordnung stand die zukünftige Organisation des Trink- und Abwasserverbandes (Taz).

Denn seit feststeht, dass die Wasser- und Abwasserverträge des Taz Burg nach 20 Jahren neu ausgeschrieben werden, tobt in dem Ort ein heftiger Streit - über den bereits der ehemalige Amtsdirektor und Taz-Chef Ulrich Noack (CDU) stolperte (RUNDSCHAU berichtete). Noack war in seiner Funktion als Taz-Chef auch einer der größten Befürworter, dass der Verband die kaufmännische Betriebsführung der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung ab 2014 wieder selbst wahrnimmt, die technische Betriebsführung europaweit ausschreibt. Das sehen in dem Verband jedoch nicht alle so. Noack musste als Amtsdirektor und Verbandsvorsteher gehen.

Die Verträge mit dem bisherigen Betreiber, der LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co aus Cottbus, enden zum 31. Dezember dieses Jahres. Insider rechnen damit, dass - sollte sich der Taz Burg von der LWG lösen - andere Verbände möglicherweise folgen könnten.

Bei dem Treffen von Taz, Amtsverwaltung, Mitarbeitern des Landratsamtes und Vertretern des Innenministeriums wurden nun verschieden Szenarien durchgespielt. Unter anderem wurde laut Riedel über die Möglichkeit der Übertragung der Aufgaben des Taz auf das Amt Burg gesprochen.

Denn gerade Strukturfragen sind seit Wochen ungeklärt. In der Vergangenheit mussten Verbandsversammlungen schon wegen Formfehlern ausfallen. Erst vor wenigen Wochen platzte eine Zusammenkunft, weil bei Aushängen Unterschriften fehlten. Der dafür zuständige Mitarbeiter hatte jedoch schriftlich versichert, alles korrekt erledigt zu haben. Nun steht der Verdacht der Manipulation im Raum. Der Taz Burg stellte Strafanzeige gegen unbekannt. Denn bei der geplatzten Versammlung sollte eigentlich ein Beschluss zur Zuschlagserteilung für den besten Bewerber für das Trink- und Abwassernetz gefasst werden. Ein neuer Anlauf soll nun am 24. September unternommen werden.