Bis Sommer 2003 würden Dachstuhl, Dach und Fassade originalgetreu saniert, berichtet Bürgermeister Dieter Sehm (SPD). Dafür sind 365 000 Euro eingeplant. Bereits abgeschlossen sind die Ausgrabungen in den Kellerräumen, in denen unter anderem eine mittelalterliche Fußbodenheizung entdeckt wurde.
Schon jetzt besuchen Sehm zufolge jährlich etwa 5000 Wissbegierige die Burg, deren Hof 2004 gepflastert und umgestaltet wird. Im selben Jahr sollen der Innenausbau sowie ein Neubau zwischen Bergfried und jetzigem Palas-Giebel Gestalt annehmen.
Bis 2005 fließen insgesamt 5,3 Millionen Euro - davon 2,5 Millionen EU-Mittel - in die Sanierung des ehemaligen Burgpalas und Richterhauses, in den Aufbau des Kirchenmuseums sowie den Neubau eines Veranstaltungsraumes sowie in Burgzufahrt und -hof. In den beiden unteren Geschossen wird einmal die Kirchenentwicklung der Mark Brandenburg dokumentiert; die zweite Etage präsentiert die Geschichte der bischöflichen Residenz Ziesar.
Gleich mehrere Räume sollen das Leben in einer slawischen Siedlung anschaulich machen: ihre Alltagsgegenstände, das Leben von Kriegern und Bauern, Grab- und Siedlungsansichten, schließlich den großen Slawenaufstand. Anhand eines Tempelmodells werden slawische Kulte demonstriert. Die Ausstellung will zeigen, wie im Mittelalter Bischöfe gekürt wurden oder wie die Mark und Ziesarer Burgresidenz entstand.

Museum im Ostflügel der Burg
Das Kirchenmuseum wird einmal auf 1800 Quadratmetern im Ostflügel der Burg entstehen, den von 1327 bis 1560 die brandenburgischen Bischöfe bewohnten. Die ältesten Bauteile der Burganlage stammen aus der Zeit um 1200. Dazu gehört der 35 Meter hohe Bergfried mit 3,75 Meter dicken Mauern und Bischofsmütze (seit 1528), der im Jahr 2000 für 175 000 Euro restauriert wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Burg zu einem barocken Herrenhaus umgebaut.

Über Jahrhunderte Bischofssitz
Von ihren vormals sieben Türmen sind nur noch zwei erhalten. Nach 1945 wurden im Burgpalas Umsiedler einquartiert; Mitte der 60er Jahre diente das Gebäude bis kurz nach der Wende als Jungen-Internat für die Ziesarer Gesamtschule. Ein Teil der Burg wurde 1999 zur Amtsverwaltung umgebaut.
Die Burg Ziesar war über Jahrhunderte Bischofssitz, und hier brachte Markgraf Otto IV. mit dem Pfeil (1250 bis 1309) Liebesgedichte zu Papier. Der Abenteuer-Schriftsteller Karl May schließlich machte das Gemäuer und seinen einstigen Gefangenen Kaspar Gans zu Putlitz in seiner Erzählung "Wildwasser" bekannt.