Rund 10 000 Taxis zwischen Alpen und Küste werden nach Angaben des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes vom Abgas-Skandal bei Volkswagen betroffen sein. "Sie müssen sich auf Rückrufe einstellen", erklärte Verbands-Vize Frederik Wilhelmsmeyer in Frankfurt am Main. Basis der Berechnung ist nach Verbandsangaben der Umstand, dass die VW-Kernmarke gut 20 000 der bundesweit 80 000 Taxis stellt. Auf Platz eins mit gut der Hälfte Anteil liege Mercedes, VW sei "unangefochtene Nummer zwei".

Die eher kleinen Taxi-Unternehmen in der Lausitz sehen der Rückrufaktion noch gelassen entgegen. "Ich gehe zunächst von einem kurzen Werkstatttermin aus", sagt Ulrich Thomsch, Geschäftsführer der VSC Verkehrsservice Cottbus GmbH. Sollte es länger dauern, so würden die VW-Vertragsunternehmen "ohnehin Ersatzfahrzeuge vorhalten". Bei VSC fährt die komplette Taxi- und Mietwagenflotte mit Diesel. Das heißt, gut 15 Fahrzeuge - womit man in der Lausitz zu den größten Anbietern im Taxi-Geschäft gehört - wären betroffen.

"Es ist alles steuerbar", schätzt Geschäftsführer Matthias Schulze vom gleichnamigen Cottbuser VW-Autohaus die Lage aus heutiger Sicht ein. Aber noch wisse niemand genau, was gemacht werden müsse, wie lange ein Software-Update oder ein Nachrüsten dauere. Dazu, so Schulze, solle es bis zum Jahresende Informationen geben. Zuvor über Ersatzmobilität für Taxis zu reden, habe keinen Sinn.

Unterdessen hat Volkswagen den Verkauf von Neuwagen mit Manipulations-Software in der EU gestoppt. In einem Schreiben informierte der Konzern VW-Händler über den Schritt, wie ein Sprecher am Mittwoch bestätigte. Der Verkaufsstopp in EU-Ländern gelte für Neuwagen, die bereits beim Händler stehen. Es handle sich dabei um eine "sehr begrenzte Anzahl an Fahrzeugen". Wie der Sprecher erläutert, kann es "in Einzelfällen" passieren, dass Kunden schon bestellte Fahrzeuge deshalb nicht ausgeliefert bekommen.