Die Bunde swehr hat massive Ausrüstungsprobleme - schöpft aber im laufenden Haushaltsjahr nicht ihr Budget aus. Medienberichten zufolge verfallen knapp 400 Millionen Euro der insgesamt 4,4 Milliarden Euro für neue Ausrüstung. Schon im Vorjahr hatte die Bundeswehr 1,6 Milliarden Euro nicht genutzt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist trotz der mangelhaften Ausrüstung voller Elan: Sie bereitet die Truppe auf Missionen in der Ost ukraine und im Nordirak vor. Dazu könnte der Aufbau eines Trainingszentrums in der Kurden-Hauptstadt Erbil gehören.

Indes warten neue bittere Wahrheiten auf von der Leyen in einem Expertengutachten, das ihr an diesem Montag vorgelegt wird. Darin werden rund 140 Probleme und Risiken bei den größten Rüstungsprojekten der Bundeswehr aufgelistet.

Das Experten-Gutachten stellt dem Rüstungssektor der Bundeswehr insgesamt ein schlechtes Zeugnis aus.

Konkret bemängeln die Analysten die Vertragsgestaltung bei Großprojekten, empfehlen eine Zusammenlegung der für Rüstung zuständigen Behörden und die Einstellung besser qualifizierter Mitarbeiter.

Ein schon totgesagtes Projekt könnte außerdem wiederbelebt werden: Die Skandal-Drohne "Euro Hawk" hebt möglicherweise wieder ab. Dessen Entwicklung war im vergangenen Jahr gestoppt worden - wegen massiver Probleme bei der Zulassung für den deutschen Luftraum und einer drohenden Kostenexplosion. Nach Medienberichten soll das für den "Euro Hawk" entwickelte Aufklärungssystem nun allerdings doch weiter geprüft werden.

Dazu solle die Drohne wieder zu Testflüg en starten, darüber hinaus aber wohl nicht weiter genutzt werden.

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