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| 02:38 Uhr

Bundeswehr hilft bei Angriff mit Chemikalien

Ansgar Heveling
Ansgar Heveling FOTO: dpa
Berlin. Der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, Ansgar Heveling (CDU), warnt vor Panik angesichts einer jetzt bekannt gewordenen BKA-Analyse zu möglichen Terrorangriffen mit Chemikalien im Trinkwasser. Solche Analysen dienten vor allem dazu, Gefährdungen abzuschätzen, so Heveling im Gespräch mit der Lausitzer RUNDSCHAU.

Herr Heveling, wie groß ist die Gefahr von Terrorangriffen mit Chemikalien?
Es besteht gewiss kein akutes Risiko, und daher gibt es keinen Grund zur Panik. Dem BKA geht es um die Analyse von Risikopotenzialen, aber nicht um eine konkrete Gefahr. Aber auszuschließen ist es nicht, dass einmal versucht werden könnte, etwa Chemikalien ins Trinkwasser einzubringen.

Sind die Behörden auf solche Attacken gut vorbereitet?
Darum geht es. Die Behörden müssen solche Szenarien in ihre Abwehrplanungen einbeziehen. Und das Know-how der Bundeswehr dabei berücksichtigen.

Das heißt, die Debatte über den Einsatz der Bundeswehr im Innern muss neu geführt werden?
Es geht darum, die Möglichkeiten zu nutzen, die sich unter der bestehenden Verfassungslage bieten. Ein Chemieangriff wäre eine Attacke, bei der die Bundeswehr schon im Innern eingesetzt werden kann. Denn die Armee hat die Möglichkeiten, mit Personal und Ausrüstung auf solche Situationen zu reagieren.

Wird es Terroristen denn zu leicht gemacht, zum Beispiel die Trinkwasserversorgung zu attackieren?
Die Trinkwasser- oder die Energieversorgung sind eine kritische Infrastruktur. Das wissen die Behörden. Eine Attacke auf das Gesamtsystem ist deshalb sicherlich schwierig. Aber punktuelle Zugangsmöglichkeiten sind nicht gänzlich auszuschließen. Darauf aufmerksam zu machen, das ist das Ziel der Analyse.

Wie groß ist grundsätzlich die Gefahr von Anschlägen mit chemischen Waffen?
Die Sicherheitsbehörden halten dies für eine sehr unwahrscheinliche Variante. Die Behörden beziehen aber alle Möglichkeiten in ihre Risikobewertung ein.

Mit Ansgar Heveling

sprach Hagen Strauß