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| 02:45 Uhr

Bundestagsvize Hintze will ärztlich assistierte Selbsttötung ermöglichen

Peter Hintze möchte für Ärzte und Patienten Rechtssicherheit schaffen.
Peter Hintze möchte für Ärzte und Patienten Rechtssicherheit schaffen. FOTO: dpa
Berlin. Mit der Forderung, bei unerträglichem Schmerz am Lebensende eine ärztlich attestierte Selbsttötung zu ermöglichen, stößt Bundestagsvize Peter Hintze weiter auf Widerstand in der Union. Hintze (CDU) sagte: "Ich möchte gerne Rechtssicherheit schaffen für Ärzte und Patienten, dass ein ärztlich assistierter Suizid in einer aussichtslosen Schmerz- oder Ekellage am Ende des Lebens möglich ist. dpa/bl

" Ob dafür eine Änderung des Strafrechts erforderlich sei, ließ er offen.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sprach sich dagegen bei der Eröffnung einer Palliativstation für sterbenskranke Menschen in Berlin erneut gegen eine ärztlich begleitete Selbsttötung sowie gegen eine organisierte Sterbehilfe aus. Ein Recht auf aktive Sterbehilfe oder einen ärztlich assistierten Suizid dürfe es nicht geben, bekräftigte er. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hält "die Forderung für problematisch, Medizinern die Beihilfe zur Selbsttötung bei schwerstkranken Menschen zu ermöglichen. Das ist auch mit der ärztlichen Ethik und dem Berufsrecht nicht vereinbar. Ärzte sollen Menschen beim Sterben begleiten, ihnen Schmerzen und Ängste nehmen. Aber sie sollen nicht aktive Sterbehilfe leisten."

Um das Thema Sterbehilfe gibt es inzwischen eine breite gesellschaftliche Debatte. Der Bundestag will sich im Herbst damit befassen. Ein Gesetz kommt voraussichtlich Mitte 2015. Bisher ist aktive Sterbehilfe in Deutschland strafbar. Wer jemanden auf dessen Wunsch tötet, wird wegen Tötung auf Verlangen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft.