In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Teilnehmer deshalb um ein Drittel eingebrochen.

Untersuchungen belegen es schwarz auf weiß: Die Arbeitslosenquote unter den Ungelernten ist etwa viermal höher als bei Personen mit abgeschlossener Ausbildung. Und oft resultiert das Problem aus unzureichenden Weiterbildungsangeboten. Nach Angaben der Bundesregierung ist die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger, die von staatlichen Qualifizierungsmaßnahmen profitieren, seit dem Jahr 2010 um rund 76 000 auf knapp 150 000 Personen zurückgegangen. Das ist ein Minus von 34 Prozent. Die Ausgaben der Jobcenter zur Förderung der beruflichen Weiterbildung sanken im gleichen Zeitraum von 923 Millionen auf 681 Millionen Euro. Das sind 26 Prozent weniger als im Jahr 2010. Die der RUNDSCHAU vorliegende Datenübersicht hatte die Linksfraktion im Bundestag vom Bundesarbeitsministerium angefordert.

Daraus geht auch hervor, dass die Zahl der arbeitslosen Ungelernten mit Hartz IV seit 2012 sogar wieder leicht gestiegen ist. Ihr Anteil unter allen arbeitslosen Hartz-IV-Beziehern wuchs von 50,4 auf 55,5 Prozent. Gut jeder zweite Arbeitslose, der im vergangenen Jahr auf staatliche Grundsicherung angewiesen war, verfügt demnach über keinen ordentlichen Berufsabschluss.

Die Arbeitsmarktexpertin der Linken, Sabine Zimmermann, sprach von einem "Kahlschlag" in der Arbeitsmarktpolitik. "Statt an der Zukunft der Erwerbslosen zu sparen, brauchen wir mehr Geld für gute Arbeitsförderung", sagte Zimmermann. Die Linke rechnete vor, dass die Regierung den Etat für aktive Arbeitsmarktpolitik mindestens um 1,7 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro erhöhen müsste, nur um wieder die Pro-Kopf-Förderung des Jahres 2010 zu erreichen.

Den Rotstift bei der Arbeitsförderung hatte bereits die schwarz-gelbe Vorgängerregierung angesetzt. Wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise legten Union und FDP 2010 ein umfangreiches Sparpaket auf, in dem auch die jährlichen Gesamtausgaben für Arbeitsmarktpolitik im Hartz-IV-Bereich von 6,6 auf 3,9 Milliarden zurückgefahren wurden. An diesem Kürzungsbeschluss hielt anschließend auch die Große Koalition fest.