Eine Diskussion über ein solches Paket mache aber vor den Wahlen in dem Land am 17. Februar nur wenig Sinn.

In einem Hilfsprogramm für Zypern müssten klare Aussagen zu einem entschiedenen Vorgehen des Landes gegen Geldwäsche und zu einer Verkleinerung des Bankensektors eine Rolle spielen, sagte Kotthaus.

Bankenkontrolle sicherstellen

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte der "Bild"-Zeitung gesagt, vor einer Hilfsaktion müsse geklärt werden, ob die Banken Zyperns für den Euro-Raum überhaupt systemrelevant seien und damit den gesamten Euro-Raum gefährden könnten.

In jedem Fall müsse die EU Zyperns Banken streng kontrollieren und reglementieren. Zugleich zeigte er sich offen für Gespräche über die Bedingungen der SPD für eine Zustimmung zu dem Hilfspaket. "Darüber können wir reden, wenn es soweit ist", sagte Kauder.

SPD stellt Bedingungen

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte am Wochenende mit einem Nein seiner Partei zur Zypern-Hilfe gedroht. Eine Zustimmung werde es nur geben, wenn Zypern seinen aufgeblähten Bankensektor konsolidiere, etwa durch Abwicklung einzelner Geldinstitute. Zudem müsse das Land Maßnahmen gegen Geldwäsche ergreifen, das Steuerdumping beenden sowie eine Finanztransaktionsteuer einführen.

Unterdessen hofft Zyperns Finanzminister Vassos Shiarly auf eine Streckung der Frist, innerhalb der die Inselrepublik einen 2,5 Milliarden Euro schweren Kredit an Russland zurückzahlen muss. "Es gibt Verständnis (in Moskau) für unseren Antrag, und wir hoffen, dass die Russische Föderation ihn befriedigt", sagte Shiarly im zyprischen staatlichen Rundfunk (RIK) am Montag. Es geht um eine Streckung um fünf Jahre. Statt bis 2016 will Nikosia den Kredit bis 2021 zurückzahlen.