Familien und die Gesellschaft insgesamt benötigten unbestreitbar mehr Kinderbetreuungsplätze. Nach Ansicht Köhlers bedeuten von der Leyens Vorschläge keine Abkehr vom traditionellen Familienbild. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Olaf Scholz zeigte sich zuversichtlich, dass gemeinsam mit der Union und den Ländern rasch eine Lösung für die Finanzierung zusätzlicher Betreuungsplätze für unter Dreijährige erzielt werde. Scholz warnte zugleich davor, dass zwischen Bund, Ländern und Gemeinden ein "Gezanke" über die Finanzen ausbreche.
Indes hat die sächsische Sozialministerin Helma Orosz Kultusminister Steffen Flath (beide CDU) den Anstoß zu einer "völlig fehlgeleiteten Krippen-Debatte" vorgeworfen. Auch zu DDR-Zeiten sei "sehr gute pädagogische Arbeit" geleistet worden, sagte die frühere Krippenleiterin. Ihr sei "nicht ein Fall bekannt, wo jemand seine Karriere abgebrochen hat oder kriminell wurde, weil er psychische Störungen auf der Töpfchenbank erlitt", sagte Orosz. Nur jeder dritte Vater hat laut einer Umfrage das Gefühl, sich genügend Zeit für seine Kinder zu nehmen. Dagegen empfänden mehr als zwei Drittel der Mütter das Zeitbudget für den Nachwuchs als ausreichend, ergab eine Studie des Allensbach-Instituts. (dpa/roe)