"Die Kirche ist in vielen Bereichen zu kopflastig und trifft zu wenig die Seele der Menschen", sagte Rau der Wochenzeitung "Rheinischer Merkur". "Vor allem betrifft das die evangelische Kirche, die katholische ist da farbiger."
Der Bundespräsident forderte die beiden großen christlichen Kirchen zu einer stärkeren Einmischung in die Politik in Deutschland auf. Dies gelte besonders beim Thema soziale Gerechtigkeit, sagte Rau. Rau war selbst lange Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland. In dem Interview kritisierte er die jüngste Enzyklika von Papst Johannes Paul II., in dem dieser vor Ostern einem gemeinsamen Abendmahl von Katholiken und Protestanten erneut eine Absage erteilt hatte.
"Ich finde, es hätte dieser Wiederholung nicht unbedingt bedurft", sagte der Bundespräsident. Er wünsche sich, dass alle Getauften an der Eucharistie und am Abendmahl teilnehmen können. (AFP/roe)