Die Opposition hat am Wochenende den Druck auf den Bundespräsidenten erhöht. Es sehe so aus, als ob Wulffs Freund, der frühere Unternehmer Egon Geerkens, bei der Kreditvergabe „ein kleines Scheingeschäft eingefädelt hat“, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann der „Bild am Sonntag“. „Mit diesen Aussagen beschädigt Herr Geerkens das Amt und die Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten.“ SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles brachte indirekt einen Rücktritt Wulffs ins Gespräch. „Er sollte jetzt sehr schnell und wirklich offensiv alles auf den Tisch packen. Wenn er das nicht kann, dann allerdings sollte er darüber nachdenken, ob er weiter Vorbild in Deutschland sein kann“, sagte sie am Samstag.

Wulff steht in der Kritik, weil er 2010 als niedersächsischer Ministerpräsident im Landtag den Kredit der Unternehmergattin Edith Geerkens über 500 000 Euro nicht erwähnt hatte, als er nach seinen Geschäftsbeziehungen zu deren Mann gefragt worden war. Wulff betont, der Kredit stamme von Frau Geer kens. Laut Magazin „Spiegel“ lassen Äußerungen Egon Geerkens' aber den Schluss zu, dass das Geld de facto doch von ihm stammt. Wulff wies die Kritik zurück. „Man muss selber wissen, was man macht und das muss man verantworten“, sagte er nach einer Veranstaltung in Wittenberg am Samstagabend. Wesentlich sei, „dass man die Dinge bewertet, beurteilt und dann dazu steht und dann auch unterscheidet, wo ist etwas real und wo ist etwas mit sehr viel Staubaufwirbeln verbunden“. Hintergrund Seite 2