"Erfolg begegnet Menschen, die nicht stehenbleiben", sagte er als Festredner bei der Meisterfeier. In einer gerechten Gesellschaft dürfe beruflicher Erfolg nicht von der Herkunft abhängen, betonte er. Menschen müssten durch eigene Leistung, Ehrgeiz und Fleiß aufsteigen können. Es sei "ein schönes Stück Deutschland", dass gesellschaftliche Anerkennung nicht nur vom Doktortitel abhänge und nichtakademische Karrieren anerkannt würden.

Mit Blick auf den zu erwartenden Generationswechsel in rund 200 000 Handwerksbetrieben bundesweit bis 2024 forderte Gauck die jungen Meister auf, aktiv zu werden. Die deutsche Wirtschaft brauche mehr Risikobereitschaft. "Wir könnten von anderen Teilen der Welt lernen, wo der Begriff Risiko mit Chancen verbunden wird." In Deutschland werde ein Risiko noch zu oft als Möglichkeit des Scheiterns gesehen. Es bedeute Bereitschaft, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen. "Jeder Schritt in die Selbstständigkeit und zur Unternehmensgründung ist daher nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch wichtig."

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hob die Bedeutung des Handwerks für Sachsens Wirtschaft sowie Forschung und Entwicklung hervor. Da eine gute Ausbildung die Basis für Innovationen sei, setze sich die Koalition für den Erhalt des Meisterbriefes als Qualifikationsnachweis im Handwerk ein.

Kammerpräsident Jörg Dittrich plädierte dafür, dass Abitur und Hochschulabschluss gesellschaftlich nicht höher bewertet werden als eine duale Berufsausbildung mit anschließendem Meister. Auch die Berufe im Handwerk veränderten sich schnell und gravierend. Deshalb brauche es nicht weniger Abitur, "sondern Abitur und trotzdem berufliche Bildung", sagte der Kammerpräsident.