Mit der Forderung nach einer politischen Lösung würden Briefe an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Horst Köhler, Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) verschickt, kündigte Kuratoriumsvorsitzender Ingo Zimmermann gestern nach einer Kuratoriumssitzung in Dresden an. Eine einvernehmliche Lösung zwischen der Stadt und dem Freistaat sei derzeit nicht absehbar. Die Fronten seien verhärtet.
Eine Aberkennung des Welterbe-Titels würde sich nachhaltig auf das Verhältnis der Bundesrepublik zur Unesco auswirken, sagte Zimmermann. Der Bau der Waldschlösschenbrücke, der zur Hälfte vom Bund bezahlt werden solle, sei nicht nur eine kommunale Angelegenheit. Aus Zimmermanns Sicht ist das Welterbeprojekt das "Versprechen einer globalen Weltkulturpolitik". Dieses gerate offenbar in Dresden in die erste große Krise.
Das Welterbe-Kuratorium setzt sich für eine veränderte Baulösung ein, bei der die Unesco-Kriterien eingehalten werden. Das Oberverwaltungsgerichts Bautzen hatte am 13. März zugunsten des Brückenbaus entschieden. Es urteilte, dass der Bürgerentscheid vom Februar 2005 zugunsten der Brücke umgesetzt werden müsse und höher einzustufen sei als das Welterbe. Die Landeshauptstadt wurde in dem Beschluss dazu verpflichtet, die Bauaufträge für die Brücke zu erteilen. (dpa/mb)