Umso erstaunlicher mutet es an, dass die Große Koalition immer noch am Kleingedruckten der Verordnung herumbastelt. Am Mittwoch verabschiedete das Kabinett eine Korrektur, um den Missbrauch der Prämie einzudämmen. Schon ab Samstag müssen Antragsteller auch das entwertete Original des Fahrzeugbriefes ihres Altautos einreichen. Bislang reichte eine Kopie. Das Original verblieb bei der Verschrottungsfirma, was einem illegalen Weiterverkauf des Altautos Tür und Tor öffnete. Damit sind aber noch nicht alle Probleme beseitigt. Viele potenzielle Interessenten sind verunsichert, ob sie mit dem Autokauf wirklich zu ihrer Vergünstigung kommen. Denn bislang kann der Antrag nur gestellt werden, wenn alle Dokumente für Verschrottung und Neukauf vorliegen. Zwischen Autobestellung und Lieferung können aber Monate vergehen. Viele Kunden fragen sich daher, ob noch genug Geld im Prämientopf ist, wenn sie jetzt einen Wagen bestellen, den alten aber erst im Sommer abgeben. Denn die dafür bereitgestellten 1,5 Milliarden Euro reichen nur für 600 000 Anträge. Die SPD-Fraktion hat deshalb ein zweistufiges Verfahren vorgeschlagen, wonach Interessenten bereits mit dem Kaufvertrag einen Prämienantrag stellen können. Die Zulassung und die Verschrottungsunterlagen brauchten erst später nachgereicht zu werden. "Man bekäme dann unmittelbar nach dem Kauf die verbindliche Zusage für die Prämie und muss nicht mehr zittern", heißt es in einem internen Vermerk. Das stößt aber auf Widerstand im CSU-geführten Bundeswirtschaftsministerium. Dies sei nicht geplant, beschied ein Sprecher am Mittwoch kühl. Dabei soll der zuständige Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba den Genossen eine solche Lösung zugesagt haben. Aber die Arbeitsebene des Ministeriums mauert. Bizarre Begründung: Ein zweistufiges Verfahren beanspruche die ohnehin schon überlasteten bafa-Beamten zusätzlich. Schließlich müsse so auch jeder Antrag zweimal bearbeitet werden.