Nachdem am Mittwoch ein Bundesanwalt in Verdacht geraten war, er habe sich an der Vertuschung der Affäre beteiligt, sei umgehend bei Generalbundesanwalt Kay Nehm ein Bericht angefordert worden, sagte gestern die Sprecherin des Ministeriums, Eva Schmierer. Sie betonte, das Ministerium lasse sich "umfänglich und detailliert" aus Karlsruhe berichten.
Unterdessen hat sich Generalbundesanwalt Nehm gegen Vorwürfe wegen einer angeblichen V-Mann-Affäre in Brandenburg zur Wehr gesetzt. "Die Bundesanwaltschaft soll zum Sündenbock für Pannen des Landes Brandenburg gemacht werden", sagte gestern seine Sprecherin Frauke-Katrin Scheuten.
Bundesanwalt Wolfgang Siegmund soll, wie die RUNDSCHAU berichtete, frühzeitig gewusst haben, dass im Februar 2001 ein V-Mann des Landes-Verfassungsschutzes eine geplante Razzia an einen Neonazi verraten hatte. Doch erst vor zwei Wochen informierte Siegmund die Potsdamer Staatsanwaltschaft. Diese leitete ein Verfahren ein "wegen des Verdachts, aus Branden burger Sicherheitsbehörden seien im Februar 2001 Dienstgeheimnisse verraten worden.
Der Verdacht gegen den Bundesanwalt hatte heftige Reaktionen ausgelöst. Politiker der Bundestagsfraktionen von SPD, CDU/CSU und FDP sowie aus dem Vorstand der Grünen verlangten Aufklärung. Die Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch nur mitgeteilt, es habe im Februar 2001 keinen "Sachverhalt" gegeben, der zur "Einschaltung der zuständigen Landesstaatsanwaltschaft hätte Anlass geben müssen". (Eig. Ber./fan)