Wie viel haben die Bundesbürger auf der hohen Kante?
Das private Geldvermögen beläuft sich auf rund 4,7 Billionen Euro. Allein 2011 haben die Bundesbürger fast 173 Milliarden an Ersparnissen gebildet. Das entsprach ungefähr der Summe des Vorjahres. Die Sparquote, also der Anteil, der gemessen am Einkommen zurückgelegt wird, ging allerdings von 10,9 auf 10,4 Prozent zurück. Nach Einschätzung von Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon resultiert der Rückgang aus dem niedrigen Zinsniveau. Gleichwohl sind die Deutschen damit immer noch Vize-Europameister – nur in Frankreich liegt die Sparquote mit 12,4 Prozent höher. Im Durchschnitt der EU sind es lediglich 6,7 Prozent. Wer ist nationaler Sparmeister?
Die Schwaben machen hier ihrem Namen alle Ehre: Baden-Württemberg kommt wie Frankreich auf eine Sparquote von 12,4 Prozent. Dahinter rangieren Bayern und Hessen (jeweils zwölf Prozent). In Brandenburg sind es 11,2 Prozent, in Sachsen 9,6 Prozent. Schlusslicht ist das Land Bremen mit 8,5 Prozent.

Wer spart überhaupt nicht?
Etwa jeder achte Deutsche (zwölf Prozent) sieht sich finanziell nicht in der Lage, Geld zurückzulegen. Nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes fühlen sich 5,3 Prozent der Deutschen ausgegrenzt, weil sie laufende Zahlungen wie etwa Miete oder Heizkosten nicht regelmäßig begleichen können. Insgesamt gelten 12,8 Millionen Deutsche (15.8 Prozent) als armutsgefährdet. Für die Statistiker zählen dazu jene Menschen, die weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens erzielen. Aktuell sind das 952 Euro im Monat. Was sind die beliebtesten Geldanlagen?
Die Finanzkrise ließ die privaten Sparer vorsichtiger werden. "Sicherheit wiegt mehr als Renditeversprechen", sagte Sparkassen-Chef Fahrenschon. Größter Renner bei der individuellen Vermögensplanung ist die selbst genutzte Immobilie. Auf die Plätze zwei und drei kommen Lebensversicherungen und Bausparverträge. Den vierten Rang belegt die Rentenversicherung. Die Akzeptanz der gesetzlichen Altersvorsorge bleibt damit trotz aller Diskussionen über das Rentensystem vergleichsweise hoch. Zu den am wenigsten attraktiven Anlage-Produkten gehören laut Sparkassen-Studie festverzinsliche Wertpapiere und Immobilienfonds. Aber auch das Ansehen der Riester-Rente bröckelt: Nur 13 Prozent (2011: 18 Prozent) finden sie als Anlage gut. Droht Deutschland eine Immobilienblase?
Nein, sagt Sparkassen-Chef Fahrenschon. Das liegt auch daran, dass das zuletzt stark gestiegene Interesse an den eigenen vier Wänden laut Studie womöglich wieder etwas abflaut. Während vor einem Jahr mehr als jeder dritte Bundesbürger (36 Prozent) zwischen 20 und 50 Jahren erklärte, den Erwerb einer Immobilie zu planen, sind es aktuell nur noch 30 Prozent. Was erwarten die Deutschen von der Zukunft?
Die gute Wirtschaftslage und der hohe Beschäftigungsgrad sorgen für eine optimistische Stimmung. 71 Prozent wollen auch in Zukunft gleich viel Geld ausgeben wie bisher. Immerhin 22 Prozent gehen von einer Verbesserung ihrer finanziellen Situation aus. 60 Prozent rechnen mit stabilen Verhältnissen. 16 Prozent erwarten eine Verschlechterung ihrer materiellen Lage. Im Jahr 2008 hatten noch 30 Prozent mit einer schlimmeren finanziellen Situation gerechnet.