Von Hajo Zenker

Brandenburg bleibt das Bundesland mit der geringsten Arztdichte in Deutschland. Das geht aus den neuesten Zahlen des Bundesarztregisters hervor. Demnach praktizierten Ende 2018 in Brandenburg pro 100 000 Einwohner rund 186 Praxisärzte. Das ist allerdings eine leichte Steigerung gegenüber den Vorjahren: 2017 waren es 183 und 2016 180 gewesen.

Zum Vergleich: Sachsen liegt aktuell bei 209, Mecklenburg-Vorpommern bei rund 205 niedergelassenen Medizinern. Die höchste Arztdichte verzeichnen Bremen und Hamburg mit jeweils rund 296 Ärzten.

Eine Folge, sagt Christian Wehry, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Brandenburg: „Die Praxen sind voll. Mehr geht da nicht.“ Allerdings liegen sehr gute und unterdurchschnittliche Versorgung häufig recht eng beieinander: Während Potsdam auf 249 Ärzte pro 100 000 Einwohner kommt, sieht es im Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 125 deutlich schlechter aus.

Auch der weit verbreitete Eindruck, der Speckgürtel sei grundsätzlich besser versorgt, stimmt so nicht. Barnim und Dahme-Spreewald etwa kommen auf 130 Ärzte pro 100 000 Einwohner. Die Prignitz bringt es dagegen auf 161, die Uckermark auf 152, Elbe-Elster auf 147. Wenig überraschend dagegen ist, dass Städte wie Cottbus (243) und Frankfurt an der Oder (226) besser als der ländliche Raum bestückt und so für das Umland wichtig sind. Christian Wehry nennt das Mitversorgereffekt. Der gilt natürlich auch für Berlin (286), wo das große Medizinerangebot auch von vielen Brandenburgern genutzt wird.