Für 2014 waren etwa 200 000 Flüchtlinge vorausgesagt.

Das Amt erwartet aber, dass die Aufnahme künftig reibungsloser verläuft. Nachdem es in diesem Jahr vielerorts zu chaotischen Zuständen in den Erstaufnahmestellen gekommen war und viele Behörden völlig überlastet waren, setzt Schmidt darauf, dass 2015 eine Reihe von Maßnahmen greifen. So sollen bundesweit zwölf neue Erstaufnahmeeinrichtungen geschaffen werden.

Außerdem sollen sich weitere Mitarbeiter beim Bundesamt um die Asylanträge kümmern. Bis Jahresende sollten 300 neue Angestellte die Arbeit aufnehmen. Im Laufe des nächsten Jahres kommen weitere 350 hinzu. "Sie werden im Sommer so weit sein, alleine Anhörungen durchführen zu können", sagte Schmidt.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat Zweifel an der Wirksamkeit dieser Schritte. Damit werde die Lage zwar kurzfristig verbessert und die Dauer der Asylverfahren verkürzt. "Wir brauchen aber ein Integrationskonzept und nicht ein Konzept, wie wir Obdachlosigkeit vermeiden", sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt. "Ein schnelles Verfahren ist nicht immer auch ein gründliches Verfahren."

Auch die Kommunen blicken mit Sorge auf die Entwicklung. "Es wird großer Anstrengungen bedürfen, die Menschen, die wahrscheinlich länger als wir denken bei uns bleiben werden, unterzubringen, zu versorgen und zu integrieren", sagte Eva Lohse (CDU), Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages und Ludwigshafener Oberbürgermeisterin. Sie bekräftigte die Forderung nach mehr Geld von Bund und Ländern.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hofft, 2015 die Dauer der Asylverfahren reduzieren zu können. Die Bundesregierung hatte das Ziel ausgegeben, die durchschnittliche Verfahrensdauer von jetzt sieben Monaten auf drei zu verkürzen. "Wenn die Entwicklungen so eintreffen, wie wir hoffen, werden wir Mitte des Jahres bei unter sieben Monaten sein", sagte Schmidt. Derzeit gibt es 163 000 offene Verfahren. 15 000 davon sind älter als zwei Jahre.