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| 02:44 Uhr

Bundesagentur-Chef Weise: Jobhürden für Flüchtlinge senken

Frank Jürgen Weise.
Frank Jürgen Weise. FOTO: dpa
Nürnberg. Längst nicht alle gelten als politisch verfolgt. Viele Asylbewerber kommen in der Hoffnung auf einen gut bezahlten Job nach Deutschland – bisher aber nur mit geringen Chancen. Das sollte sich ändern. dpa/bob

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank Jürgen Weise, hat sich dafür ausgesprochen, die Jobhürden für Asylbewerber und Flüchtlinge weiter zu senken. "Ich bin dafür, dass man den Arbeitsmarkt in fast allen Berufen, in denen regional Mangel herrscht, für Asylbewerber oder andere Zuwanderer schneller öffnet", sagte Weise. Als Beispiel nannte er fehlende Bewerber für Gesundheitsberufe und Bauelektroniker-Stellen.

Für solche Beschäftigungsmöglichkeiten, für die Unternehmen nur schwer Arbeitskräfte fänden, sollte daher schon bald die sogenannte Vorrangprüfung für Asylbewerber wegfallen. Dabei wird geprüft, ob die Stelle nicht auch an einen bereits in Deutschland lebenden Arbeitslosen vermittelt werden kann. Das Arbeitsverbot für Flüchtlinge war bereits kürzlich gelockert worden.

Weise kündigte zugleich eine stärkere Förderung von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Jobcentern und Arbeitsagenturen an. Auch sollten Asylbewerber noch während eines laufenden Asylverfahrens die Chance erhalten, sich nachträglich als Arbeitsmigrant oder auf einem anderen zuwanderungsrechtlichen Weg um einen dauerhaften Verbleib in Deutschland zu bemühen. "Dafür gibt es einen dringenden Bedarf", so Weise.

Unter den Flüchtlingen gebe es viele qualifizierte Männer und Frauen. Solche Zuwanderer abzuweisen, könne man sich schon deshalb nicht leisten, weil die deutsche Wirtschaft immer stärker auf junge Ausländer angewiesen sei. Zum anderen sei Arbeit der Schlüssel für eine gute Integration. Weise: "Denn über Arbeit lernt man Sprache. Arbeit heißt, dass die Menschen eine Beschäftigung haben, finanziell unabhängig werden, und Arbeit heißt auch, Menschen in der kleinen Lebensgemeinschaft des Betriebes und der Kommune kennenzulernen."