Nach dem Verbot des Regionalverbands "Gremium MC Sachen", des "Hells Angels MC Oder City" und der Unterstützergruppe "Oder City Kurmark" durch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) fand in Brandenburg und Sachsen der größte Polizeieinsatz statt, der sich in beiden Bundesländern je gegen Rocker gerichtet hat. "In der Verbotsverfügung wird festgestellt, dass Zweck und Tätigkeit des ‚Gremium MC Sachsen' den Strafgesetzen zuwiderlaufen", sagte Friedrich in Berlin.

Von ihm ginge eine "schwerwiegende Gefährdung für die öffentliche Sicherheit aus". Der Regionalverband habe auch vor schwersten Straftaten nicht zurückgeschreckt. Der Verein habe die Begehung von Straftaten durch Belobigungen und Übernahme von Anwaltskosten unterstützt, eine Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden sei dagegen streng untersagt gewesen.

Da der Verein in mehreren Bundesländern tätig gewesen sei, sei das Bundesinnenministerium für das Verbot zuständig gewesen. "Mit den Maßnahmen stellen Bund und Länder ihre Entschlossenheit unter Beweis, gemeinsam mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen Rockerkriminalität vorzugehen", führte der Bundesminister weiter aus. Auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) bezeichnete die seit November 2012 geplante Polizeiaktion als "weiteren wichtigen Schritt im Kampf gegen die Rockerkriminalität". In Freistaat sei insgesamt 53 Betroffenen die Verbotsverfügung zugestellt worden. Beschlagnahmt wurden 34 Kutten, 17 Motorräder, 7415 Euro Bargeld und ein Grundstück - sowie "als Zufallsfunde": eine Kurzwaffe, Munition, Pyrotechnik und rechtsextreme CDs.

Ähnlich sah es auch in Brandenburg aus, wo nach Angaben von Innenminister Woidke Kutten, Waffen, eine Machete und Messer von der Polizei abtransportiert wurden. "Wir verfolgen eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber diesen kriminellen Parallelgesellschaften", sagte Ulbig. Und Woidke ergänzte: "Das Signal des heutigen Tages ist ein sehr klares Zeichen: Deutschland wird die Machenschaften krimineller Organisationen nicht dulden."

Auf Zustimmung stießen die Verbote auch in der Opposition. Die innenpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag, Ursula Nonnemacher, begrüßte das Vorgehen der Behörden gegen die Rockerclubs. ,,Bei den Rockerclubs handelt es sich um kriminelle Vereinigungen und nicht um Freunde des Motorsports", sagte Nonnemacher. Und auch der Vorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, begrüßte die Vereinsverbote: "Der Staat muss im Kampf gegen organisierte Kriminalität und der dort stattfindenden Bedrohung, Einschüchterung und Gewalt Grenzen aufzeigen und sich selbst als handlungsfähig im Kampf gegen das Verbrechen präsentieren." Dies sei durch das Vorgehen gegen die Rockerclubs geschehen.