Nach den Beschlüssen des G7-Gipfels und dem Klimaabkommen von Paris gebe es "für eine Verstromung der Braunkohle im Jahr 2050 und darüber hinaus keinen Raum". Das teilte Hendricks ihrem Parteifreund und Wirtschaftsminister in Brandenburg, Albrecht Gerber, mit. Sie halte jedoch einen früheren Ausstieg durchaus für möglich, mache aber dafür keine Zeitvorgaben. Außerdem beklagt sie in dem Brief an Gerber, dass ein weiter zunehmender Export von Kohlestrom auch im benachbarten Ausland klimafreundliche Gaskraftwerke vom Markt dränge.

Hendricks erteilt damit Gerber eine Abfuhr. Dieser hatte den Bund gebeten, nicht "voreilig vom Ende der konventionellen Energieerzeugung" zu reden. Diese Bitte hatte er in einem Brief an die Umweltministerin gerichtet.

Gerber erklärte darin, dass eine komplette Umstellung auf erneuerbare Energie "zu einem politisch definierten Tag X" überhaupt nicht möglich sei. "Das ist keine Frage des politischen Wollens, sondern der technischen und ökonomischen Machbarkeit", warnte er. Hendricks betont in ihrem Antwortschreiben, dass die betroffenen Regionen nach Wegen suchen müssten, um neue Arbeitsplätze für eine erfolgreiche Entwicklung nach der Braunkohle zu schaffen. Die gerade gegründete Innovationsregion Lausitz GmbH bezeichnete Hendricks als Zeichen, dass Brandenburg auf diesem Wege mit gutem Beispiel vorangehe.

Gerber bezeichnete es am Dienstagabend als "befremdlich", dass er vom Inhalt des Antwortschreibens der Ministerin an ihn aus den Medien erfahren habe.