Cottbus und Senftenberg haben die Pläne zum Umzug des Brandenburger Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) ins Herz der Lausitz begrüßt. In einer gemeinsamen Wortmeldung forderten der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) und das Senftenberger Stadtoberhaupt Andreas Fredrich (SPD) die rot-rote Landesregierung in Potsdam auf, an den Plänen für den Umzug des Ministeriums festzuhalten.

Unter anderen der Personalrat des Wissenschaftsministeriums in Brandenburg hatte mit scharfer Kritik auf den von der Regierung geplanten Umzug des Ressorts von Potsdam nach Cottbus reagiert.

Gute Bedingungen für Ministerium in der Region

Die Lausitzer Stadtoberhäupter betonen indes: „Die Lausitz und die beiden südbrandenburgischen Universitätsstandorten Cottbus/Chóśebuz und Senftenberg brauchen diese Stärkung dringend“. Das MWFK finde in den beiden Städten „ein genau zugeschnittenes Angebots- und Aufgabenprofil mit dem Staatstheater Cottbus, der Neuen Bühne Senftenberg, mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus oder der Kunstsammlung Lausitz in Senftenberg“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Unsere Städte und damit die Bürgerinnen und Bürger können angesichts des laufenden Strukturwandels der Region mit diesem Umzug nur gewinnen: Zum einen neue, tariflich bezahlte Arbeitsplätze, zum anderen aber auch Vertrauen in die Verlässlichkeit der Landespolitik.“ Zwar sei ihnen bewusst, so Kelch und Fredrich, dass mit dem Umzug noch keine neuen Industriearbeitsplätze in die Lausitz kämen – doch er flankiere den Wandel und könne ein wichtiger Impuls für neue Entwicklungen Sein. Durch den Umzug sollen in Cottbus zusätzlich 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Das sagte Finanzminister Christian Görke (Linke) am Mittwoch in Cottbus nach der Begehung der beiden möglichen Standorte in der Stadt.

Schulze: Nur eine erste Maßnahme zur Stärkung der Region

Als „prinzipiell einen guten Vorschlag“ im Zuge des geplanten Strukturwandels bezeichnete auch der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze (CDU) die Pläne der Landesregierung in einer Pressemittelung am Donnerstag. Allerdings sieht der Politiker darin auch ein mögliches „Trostpflaster“ für die aus seiner Sicht gescheiterte Universitätsfusion, die sich auch in sinkenden Studentenzahlen widerspiegele. Die Verlagerung des Wissenschaftsministeriums könne deshalb „nur eine erste Maßnahme für die strukturelle Stärkung der Kohleregion sein“, betonte der ehemalige Spremberger Bürgermeister.

Lausitz als Studienstandort für Klimaforscher

Schulze regte an, dass das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung seinen Standort ebenfalls in die Lausitz verlegen sollte. Schließlich habe das Institut in der Vergangenheit wiederholt den Ausstieg aus der Lausitzer Braunkohle als wesentlichen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel bezeichnet, heißt es in seiner Mitteilung. In der Lausitz könnte das Institut die mit dem Kohleausstieg verbundenen Herausforderungen gewissermaßen am Objekt analysieren und Erkenntnisse gewinnen, so Schulze, „die als Blaupause für andere Kohleregionen genutzt werden könnten.“

Protest gegen geplanten Ministeriums-Umzug Beamte wollen nicht nach Cottbus

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