Zu den prominentesten Zeugen zählen unter anderem Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU), Verwaltungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) und der Pressesprecher der Stadt, Kai Schulz, wie eine Sprecherin des Landgerichts gestern sagte. Sittel und Lehmann sollen Auskunft über die Verträge mit Fluthilfekoordinator Rainer Sehm geben.
Roßberg steht seit dem 6. Juni wegen Beihilfe zum Bankrott sowie Untreue und Vorteilsnahme vor Gericht. Er wird verdächtigt, seinem Vertrauten, dem ehemaligen Fluthilfekoordinator Rainer Sehm, dabei geholfen zu haben, Vermögen an Gläubigern vorbei in die eigene Tasche zu wirtschaften. Die Staatsanwaltschaft wirft Sehm vorsätzlichen Bankrott sowie Bestechlichkeit vor. Während das Stadtoberhaupt in der Verhandlung alle Vorwürfe zurückwies, räumte Sehm einige der Anschuldigungen ein.
Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt auch gegen Sittel wegen des Verdachts der Untreue. Das Verfahren steht im Zusammenhang mit der "Amigo-Affäre" Roßbergs. Der Oberbürgermeister soll sich im Zuge der Ermittlungen gegen seine Person drei Anwälte aus der Stadtkasse bezahlt haben lassen. Sittel habe die Übernahme der Anwaltshonorare genehmigt. Das verstößt laut Staatsanwaltschaft gegen interne Verwaltungsvorschriften des Rathauses. Es hätte nur ein Verteidiger bezahlt werden dürfen. (ddp/mb)