Doch wenn Bürger diese Hürde genommen haben, gibt es im Volksentscheid keine Quoren mehr. Es gilt im Unterschied zu Brandenburg (für den Volksentscheid sind 500 000 gültige Ja-Stimmen erforderlich) die einfache Mehrheit. Ein weiterer Vorteil: Es gibt freie Sammlungen von Stimmen, während in Brandenburg die Amtseintragung gilt.

Deshalb scheint es nicht verwunderlich, dass die Sachsen das Volksbegehren "Pro Kommunale Sparkasse" im Mai 2000 erfolgreich zum Abschluss gebracht haben. Damit war für den Erhalt der 22 kommunalen Sparkassenverbände im Land und für die Auflösung des Sachsen-Finanzverbandes gestimmt worden.

Im Mai 2003 hat das Volksbegehren "Zukunft braucht Schule" die von der Staatsregierung geplanten Schulschließungen verhindert. Zudem wurde der Erhalt kleinerer Klassen erstritten. Und das, obwohl das Volksbegehren zu wenige Unterschriften hatte und es somit nicht zum Volksentscheid gekommen war. Jedoch hatte ein neuer Parlamentsbeschluss die Forderungen der Bürgerinitiative aufgegriffen.

Ein ähnlich lautendes Volksbegehren war im Jahre 1995 übrigens gescheitert. Es war unter dem Namen "Schulgesetz" für eine Novelle des bestehenden Schulgesetzes eingetreten. Vordergründig ging es damals auch um kleinere Klassen. ta