"Es ist gelungen, eine breite Allianz aus der Mitte unseres Landes zur Integration von Flüchtlingen zu schmieden", sagte Woidke.

Zu denen, die sich im Bündnis engagieren und gleichzeitig davon profitieren, gehört auch der Potsdamer Unternehmer Matthias Kühnel. Der Geschäftsführer der Firma "K+S Elektroservice" bildet den eritreischen Flüchtling Girmai Tekie zum Elektrotechniker aus. "Azubis in der Region zu finden, ist für uns mittlerweile fast ausgeschlossen", sagte Kühnel. Viele Schulabgänger, die einen technischen Beruf erlernen wollten, seien zwar handwerklich fit, hätten aber mit einer vier oder fünf in Schlüsselfächern wie Mathematik keine Chance, den theoretischen Teil der Ausbildung zu bestehen. Bei Flüchtlingen müsse man zwar viel Zeit in das Erlernen der deutschen Sprache investieren. "Der Aufwand macht aber am Ende Sinn."

2016 unterstützte das Bündnis mit 790 000 Euro 160 Maßnahmen freier Träger zur Integration von Flüchtlingen. Die Kreise und kreisfreien Städte erhielten zusätzlich Regionalbudgets, die sich insgesamt auf 360 000 Euro beliefen. Vor Journalisten bedauerte der Pfarrer für Flüchtlingsarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Potsdam, Bernhard Fricke, allerdings, dass die Begeisterung für ein Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit anscheinend etwas zurückgehe. "Dass ich dreimal pro Woche von Leuten angerufen werde, die nachfragen, wo sie sich engagieren können, ist heute nicht mehr so", sagte Fricke.