Schwere Schäden weisen nach 17 Prozent im Vorjahr jetzt noch 15 Prozent der Bäume auf. Gar keine Schäden haben nun schon 36 Prozent, nach 34 Prozent im vergangenen Jahr. "Der Wald erholt sich Schritt für Schritt", sagte Tillich. Allerdings gebe es je nach Baumarten gravierende Unterschiede.
So diagnostizierten die Förster bei der Eiche - zuletzt der größte Problemfall - eine deutliche Erholung: Wiesen 2004 noch mehr als die Hälfte aller Eichen deutliche Schäden auf, waren es jetzt nur noch ein gutes Drittel. Das neue Sorgenkind ist stattdessen die Buche - sie wurde erstmals zur am stärksten geschädigten Baumart in Sachsen. Obwohl im Vergleich zum Vorjahr die starken Beeinträchtigungen um zehn Prozent zurückgingen, litten immer noch 40 Prozent der Buchen. Als Ursache für die rapide Verschlechterung der letzten Jahre nannte Tillich das "sensible Wesen" der Buche: Schadstoffbelastungen - vor allem Stickstoff-Verbindungen aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft - sowie extreme Witterungsereignisse hätten den Bäumen stark zugesetzt.
In die gleiche Kerbe schlug gestern auch die Grünen-Fraktion. "Wir werden erst dann zufrieden stellende Verbesserungen erreichen, wenn die Stickoxid-Einträge deutlich geringer werden", sagte Umweltpolitiker Johannes Lichdi. Minister Tillich sollte "sich trauen, den Straßenverkehr als eine wesentliche Quelle anzusprechen". Bei den Nadelbäumen gab es dagegen im Vergleich zu den Laubbäumen kaum Veränderungen. Wie im Vorjahr ist bei Kiefer und Fichte mindestens jeder zehnte Baum stark geschädigt. Wegen der oft nur geringen und zum Teil witterungsbedingten Abweichungen zum Vorjahr will Tillich den Waldzustandsbericht künftig nur noch alle drei Jahre erfassen. Eine Betrachtung im mehrjährigen Rhythmus sei aussagekräftiger. Sachsen setzt sich dafür im Bundesrat ein.
Zur Gesundung des Waldes wurden dieses Jahr rund 17 000 Hektar mit Magnesium gekalkt. Zugleich wird der Wald weiter umgebaut, um resistenter gegen Schäden zu werden. Zudem entstehen - trotz Autobahnbaus und anderer Einschnitte - im Jahr durchschnittlich 500 Hektar Wald neu. Dabei gebe es jedoch zunehmen Auseinandersetzungen mit dem Naturschutz und der Landwirtschaft, sagte Tillich. Fast 28 Prozent der Landesfläche sind inzwischen bewaldet.