Weitere 40 Prozent haben schwache Schäden, nur 19 Prozent sind gesund. Die deutlichen Schäden haben sich dabei seit 1991 mit nur vier Prozent mittlerweile verzehnfacht. Allerdings hat die Rotbuche mit nur drei Prozent einen vergleichsweise geringen Anteil an der sächsischen Waldfläche.
Als Hauptursache für den schlechten Zustand nannte der Umweltminister die sensible Reaktion der Laubbäume auf extreme Witterungsereignisse. Ohnehin würden verstärkt Witterungsextreme und Insektenschäden im Zuge des Klimawandels den Bäumen zunehmend zusetzen. So hätten sich im heißen, trockenen Juli die Borkenkäfer massiv vermehrt, nur der kühle und feuchte August habe eine Katastrophe verhindert. Jahrzehntelang waren vor allem Luftschadstoffe für die Waldschäden hauptverantwortlich.
Generell sei Sachsens Wald aber auf dem Weg der Besserung, so Tillich. Bei rund 41 Prozent aller Waldbäume seien keine erkennbaren Schäden mehr festzustellen. "Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung um fünf Prozent und das beste Ergebnis seit 1991", so der Minister. Auch bei den deutlich geschädigten Bäumen sei eine "ganz leichte Tendenz" zum Positiven zu beobachten. Insgesamt sei in Sachsen allerdings immer noch jeder siebte Baum schwer krank, betonte Tillich. Die Laubbäume bereiten den Forstleuten dabei die meisten Sorgen.
Entspannung gibt es vor allem bei der Fichte - der häufigsten Baumart in Sachsen mit einem Flächenanteil von rund 42 Prozent. Jeder zweite Baum weise keine Schäden mehr auf, während noch Anfang der 90er-Jahre ein Drittel der Bäume schwer geschädigt war. Auch bei der Eiche - vor einigen Jahren noch Sorgenkind Nummer eins - gehe es weiter bergauf. Zwar hatten noch 29 Prozent deutliche Schäden, im Vorjahr waren es aber noch 36 Prozent. Laut Tillich sind dabei die deutlichen Schäden im Elbsandsteingebirge, im Oberlausitzer Bergland und im Zittauer Gebirge größer als in den nordsächsischen Gebieten der Niederlausitz und der Dübener Heide.