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BTU-Professoren protestieren gegen Energie-Uni

Cottbus. 35 Professoren der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus protestieren mit einem offenen Brief gegen die Pläne von Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos). Sie will in der Lausitz eine Energie-Universität gründen. Von Steffi Schubert

Als „gefährliches Experiment für die Lausitz“ bezeichnen die Professoren das Vorhaben der Ministerin, aus BTU und Hochschule Lausitz (FH) eine Energie-Universität Lausitz neu zu gründen. Diese Pläne hatte Kunst Ende vergangener Woche vorgestellt und war damit über den Bericht der Lausitzkommission hinausgegangen, der einen Erhalt beider Hochschulen mit stärkerer Kooperation gefordert hatte. Am gestrigen Dienstag unterzeichneten 35 BTU-Professoren einen offenen Brief an Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), die Landesregierung und Landtagsabgeordnete, in dem sie sich für eine eigenständige BTU aussprechen. „Die faktische Abschaffung der einzigen Technischen Universität des Landes würde Hightech-Unternehmen wie Rolls Royce, BASF oder Vattenfall die wissenschaftlich-technologische Basis in Brandenburg entziehen“, heißt es darin beispielsweise. Weiter befürchten die Professoren, dass die alleinige Konzentration auf das Thema Energie existenzgefährdend sei. „Das kann andere erfolgreiche Forschungsschwerpunkte wie Triebwerkstechnik und Umweltforschung bedrohen“, sagt Mitunterzeichner Prof. Dieter Bestle vom Lehrstuhl Technische Mechanik und Fahrzeugdynamik.

Dr. Hermann Borghorst, Vorsitzender des Fördervereins der BTU und Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative Lausitz, unterstützt den Protest: „Ich befürchte in einer gemeinsamen Uni die Verwässerung beider Hochschulen.“

Die Ministerin will die beiden Lausitzer Hochschulen auflösen und durch eine neue Uni mit dem Schwerpunktbereich Energie ersetzen. Die Studierendenräte beider Häuser und die Cottbuser Stadtspitze hatten die Pläne der Ministerin bereits kritisiert, während Zustimmung vor allem von der Hochschule Lausitz und der Stadt Senftenberg kamen. Am heutigen Mittwoch soll das Thema im Wissenschaftsausschuss des Landtages diskutiert werden.

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