Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Zivil- und Öffentliches Recht mit Bezügen zum Umwelt- und Europarecht hatten die Nachwuchswissenschaftler Experten aus Japan, Australien, Korea, Singapur und vielen europäischen Ländern nach Cottbus eingeladen. Die Konferenz, die vom Alumniverein der World-Heritage-Studenten organisiert wurde, beschäftigte sich mit den Themenkomplexen "Welterbe und Macht", "Welterbe in bewaffneten Konflikten" und "Welterbe für jedermann".

Mitorganisator Prof. Eike Al brecht: "Man muss sich klarmachen, dass es kaum Weltkulturerbestätten gibt, die die Demokratie repräsentieren." Außer der Freiheitsstatue und der Independence Hall in Philadelphia sind eigentlich nur Kulturerbestätten gelistet, die diktatorische Strukturen verstetigen. Eike Albrecht: "Nicht demokratische Systeme haben ganz andere Möglichkeiten, die Ressourcen für derartige Monumente zu sammeln und einzusetzen." Aber man müsse darüber nachdenken, wie man die Entstehungsbedingungen der Welterbestätten thematisiert.

Auch im Problemfeld "Welterbe in bewaffneten Konflikten" besteht dringender Handlungsbedarf. Eike Albrecht: "Es ist erschreckend, was derzeit allein in Syrien an unersetzbaren Bauwerken in Trümmer geschossen wird." Auch nach dem Ende von solchen bewaffneten Auseinandersetzungen gebe es in instabilen Gesellschaften keinen ausreichenden Schutz für Welterbestätten. Bestehende Konventionen und Vereinbarungen würden im Ernstfall oft nicht eingehalten.

Eine Möglichkeit, das Welterbe besser als bisher zu schützen, sehen die Teilnehmer der Konferenz in einer engeren Anbindung der Zivilgesellschaft und den Gebrauch neuer Informationstechnologien.

Khrystyna Shakhmatova und Henry Crescini haben "World Heritage" in Cottbus studiert und machen sich stark für eine bessere internationale Vernetzung der Beschäftigten in diesem Bereich. "Egal, ob man in Welterbestätten arbeitet, in Verwaltungen, Verbänden oder Kultureinrichtungen - ein isolierter Blick auf einzelne Stätten oder Regionen hilft nicht", sagt Khrystyna Shakhmatova.

Kooperationen mit anderen Welterbestätten und vor allem auch die Zusammenarbeit mit der Unesco seien unumgänglich für die Pflege des Kulturgutes.

Die Unesco verleiht den Titel Welterbe an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind und von den Staaten, in denen sie liegen, für den Titel vorgeschlagen werden. Insgesamt umfasst seit Juni 2014 die Liste des Welterbes 1007 Denkmäler in 161 Ländern. Park und Schloss Muskau sind ebenfalls auf der Liste vertreten.