Erschossen und mit abgetrennten Kopf ist am Sonntagvormittag eine Jungwölfin auf einem Feld nahe Hirschfeld (Elbe-Elster) aufgefunden worden. Nach ersten Erkenntnissen haben die Wilderer bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag zugeschlagen, teilt die Polizei mit. Den Kopf des Tieres, so der Verdacht, soll den Tätern als Trophäe dienen.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun gemeinsam mit dem Landesumweltamt. Im Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin wird der Kadaver zur Beweissicherung untersucht. Den Tätern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe von bis zu 50 000 Euro.

Die Tat in Hirschfeld ist nicht der erste brutale Wolfsmord in der Region. Im August dieses Jahres hatten Unbekannte einen Wolf in Lieberose (Dahme-Spreewald) erschossen und daraufhin ebenfalls den Kopf des Tieres abgetrennt. Damals bezeichnete der Landesjagdverband Brandenburg die Tat als eindeutige öffentliche Provokation. Vanessa Ludwig vom Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" in Rietschen (Landkreis Görlitz) sprach von einer schockierenden und brutalen Tat.

Ein Fall in Moritzburg (Kreis Meißen) zu Beginn des Jahres zeigt, dass nicht nur die umstrittenen Wölfe Opfer skrupelloser Trophäenjäger werden. Dort hatten Unbekannte in einem Wildgehege einen weißen Hirsch in der Neujahrsnacht mit einer Armbrust getötet und dilettantisch enthauptet. Das Geweih des seltenen Tieres hatten die Täter mitgenommen.