Nur die zottige schwarzbraune Büffelkuh Lola fristet in diesem nicht enden wollenden Winter ein einsames Dasein in ihrem Verschlag und freut sich, wenn ihr jemand ein Stück Rübe ins Maul schiebt.
Wer Horst Lüpferts Tiere sehen will, muss nach Südbulgarien gehen. Dort hat der pfiffige Landwirt aus Sachsen mit einer Herde Wasserbüffel eine zweite Existenz aufgebaut und in der Stadt Schumen eine Verarbeitungsfirma gegründet. Seit zehn Jahren befasst sich der Diplomagraringenieur mit Haltung, Züchtung und Nutzung eines der ältesten Haustiere der Welt, speziell der Rasse "Bulgarische Murrah". "Der Büffel ist ein Ernährungsspezialist und Verdauungskünstler. Er liebt das Karge, die rohe Faser, sucht sich Blumen, Kräuter und Blätter. All das findet er in Bulgarien in freier Natur", erzählt der Landwirt.
Die Vermarktung der Produkte erfolgt mit zunehmendem Erfolg in Deutschland. Dabei setzt Lüpfert nicht nur auf Steakfleisch, Rouladen und Schinken, sondern auf neue, ungewöhnliche Veredlungen vor allem der Milch. Nach dem in Kennerkreisen bereits gut angenommenen Sahnelikör und den daraus gefertigten Büffeltrüffeln bereichert seit Februar eine ebenfalls patentierte Karamellcreme das Angebot.
"Wir haben lange experimentiert und noch länger gebraucht, bis wir alle lebensmittelrechtlichen und Einfuhrgenehmigungen hatten", erzählt Marketingchefin Steffi Nietsch, Lüpferts bislang einzige Mitarbeiterin in Deutschland. Die aus der fetten Büffelmilch und karamellisiertem Zucker hergestellte Creme ist noch "weicher" als Nougat-Brotaufstrich. Nietsch empfiehlt sie pur, zur Verfeinerung von Kaffee, Tee und Konditoreiwaren.
Die "Golden Buffalo"-Partner sind vor allem Spezialitätenrestaurants und Delikatessengeschäfte in Sachsen und seit Neuestem in Berlin. In diesem Jahr soll auch ein Hofladen in Burgstädt eröffnet werden. Dann bekommt Büffeldame Lola als "Aushängeschild" sicherlich mehr zu tun, vor allem als Fotomodell.