Sie hat den Ruf, über Parteigrenzen hinweg Kompromisse zu suchen - und zu finden: Britta Stark ist am Mittwoch als erste Frau an die Spitze des Potsdamer Landtags gewählt worden. Sichtlich gerührt sprach die Sozialdemokratin, die schon 1990 im Potsdamer Parlament dabei war, zu den Abgeordneten: „Ich danke ihnen für das große Vertrauen, dass Sie in mich als Ihre zukünftige Präsidentin gesetzt haben. Ich werde mich nach Kräften bemühen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen.“

Die 51-Jährige gilt als ausgleichend und selbstbewusst. Eine ihrer schwierigsten Aufgaben in der neuen Wahlperiode wird der Umgang mit der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) werden.

Sie lege Wert auf einen guten Umgang und Ton, betonte Stark. Auch um die AfD will sie als künftige Landtagspräsidentin keinen Bogen machen. Zugleich dürfe Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit aber keine Bühne geboten werden, kündigte sie an.

Auch wenn sie als Sozialdemokratin von jeher dem Regierungslager angehört, will sie sich dafür einsetzen, dass die Abgeordneten auf Augenhöhe mit der Landesregierung arbeiten können. „Ich möchte diesem Parlament eine starke Stimme geben“, betonte Stark.

Als große Herausforderung sieht sie die sinkende Wahlbeteiligung. Sie wolle dazu beitragen, die Distanz zwischen den Menschen und der Politik zu verringern. „Wir alle müssen klarmachen, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind“, sagte Stark und erinnerte an die friedliche Revolution in der DDR vor 25 Jahren. Damals sei der Wunsch nach Freiheit und Mitgestaltung groß gewesen. „Von diesem Drang nach demokratischer Teilhabe von einst ist uns - so scheint es jedenfalls - am 14. September etwas verloren gegangen“, meinte die gebürtige Bernauerin.

Sie gehört zu den wenigen Abgeordneten, die schon 1990 im Potsdamer Landtag mit dabei waren. Mit einer Unterbrechung zwischen 1999 und 2002 gehört sie seitdem dem Parlament an. Die Innenpolitikexpertin und gelernte Maschinenbauerin ist verheiratet und hat zwei Töchter.

2007 hätte Stark schon einmal fast ein Spitzenamt in Brandenburg übernommen. Sie war von der SPD damals als Präsidentin des Landesrechnungshofs nominiert worden, zog ihre Kandidatur aber nach Kritik an ihrer Befähigung wieder zurück. „Das Leben ist immer ein Auf und Ab, man gewinnt und man verliert“, sagt sie heute. „Es gehört dazu, dass man mit Niederlagen umgeht.“

Bei der jüngsten Landtagswahl hatte die auch auf kommunaler Ebene engagierte Politikerin ihren Wahlkreis knapp gegen Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) gewonnen.