Die entdeckten Korrosionsschäden seien so weit fortgeschritten, dass die Ölpipeline, die vom Ölfeld wegführt, auf 16 Meilen erneuert werden muss, teilte heute der britische Ölkonzern BP mit. Das Ölfeld "Prudhoe Bay" wird von der Tochtergesellschaft, der BP Exploration Alaska Inc, betrieben.

Nach den neuesten Meldungen der BP kann die Schließung des Ölfeldes wegen der Reparaturarbeiten Monate dauern. Der Ölkonzern bestätigte, in den vergangenen 14 Jahren keine Reinigung der Ölpipeline vorgenommen zu haben. Die jüngsten Schäden sind im Zuge einer Untersuchung zu Tage getreten, die von der US-Regierung nach einem massiven Öl-Verlust im März angeordnet wurde.

Der Ölpreis nach Bekanntgabe der Schließung des Ölfeldes um mehr als zwei Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Heute hat sich der Ölpreis nach dem Förderausfall im frühen asiatischen Handel knapp unter der Marke von 77 Dollar und damit in der Nähe des Rekordhochs von 78,40 Dollar gehalten.

In der Nacht zu gestern hatte die britische Ölgesellschaft BP mitgeteilt, Prudhoe Bay in Nordalaska werde wegen unerwarteter Instandhaltungsmaßnahmen auf zunächst unbestimmte Zeit geschlossen, nachdem bei einer Routinekontrolle am vergangenen Freitag eine unerwartet "schwere Korrosion" sowie ein Leck in einer Pipeline festgestellt worden war.

Das Prudhoe-Bay-Field ist das größte erschlossene Ölfeld in Nordamerika. BP als Betreiber ist daran zu 26,35 Prozent beteiligt. Das Feld liefert fünf Prozent der gesamt US-Rohölproduktion.

Laut BP waren aus dem Leck rund 600 Litern Rohöl ausgetreten. Der durch die Schließung entstehende Produktionsausfall sei vergleichsweise gering, erklärte BP. 400 000 Liter Rohöl pro Tag entsprächen weniger als einem halben Prozent der weltweiten Rohölproduktion.

Der Schaden an der Pipeline in Alaska ist kein Einzelfall. Auch andere Länder kämpfen mit maroden Ölleitungen. So hat nach dem Austritt von Öl aus einer Pipeline zur Versorgung Europas die russische Regierung in einer ersten Mitteilung in der vergangenen Woche vor einer Umweltkatastrophe in der betroffenen Region gewarnt. Im Gebiet Brjansk an der Grenze zur Ukraine habe das Öl eine Fläche von zehn Quadratkilometern verschmutzt und sei teilweise in Gewässer geflossen, gab das Ministerium für Naturressourcen in Moskau zunächst bekannt. Die Warnung vor einer Umweltkatastrophe wurde später zurückgezogen, meldete die Agentur Interfax.

Die Betreibergesellschaft der "Druschba"-Pipeline teilte mit, das ausgelaufene Öl stelle keine Gefahr für die Bevölkerung dar. Betroffenes Erdreich sei auf einer Fläche von 350 Quadratmetern abgetragen worden. Die zu Sowjetzeiten ab Mitte der 1970er Jahre gebaute Öltrasse "Druschba" (Freundschaft) diente zur Versorgung der Staaten des Warschauer Paktes. Sie gilt mittlerweile als stark sanierungsbedürftig.

Die Benzinpreise sind gestern am späten Abend nochmals um drei Cent je Liter gestiegen und haben damit fast ihren Jahreshöchststand von Mitte Juli erreicht. Für einen Liter Superbenzin mussten die Autofahrer am Dienstag 1,41 Euro bezahlen; Dieselkraftstoff kostete 1,18 Euro je Liter, teilten Sprecher der Mineralölkonzerne in Hamburg mit. Die Preiserhöhung sei auf die angespannte Situation auf den Ölmärkten zurückzuführen, die durch den Ausfall des Ölfelds "Prudhoe Bay" weiter verschärft werde.