Bisher erinnerte lediglich eine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus an die 1973 nur 39-jährig gestorbene Autorin, die in ihrem Roman "Franziska Linkerhand" den Aufbau der Stadt verewigte. Heute wird nur wenige Meter von ihrer ehemaligen Wohnung entfernt eine Begegnungsstätte eröffnet.
"Die Tochter der Stadt ist zurückgekehrt", sagt der Vorsitzende des Hoyerswerdaer Kunstvereins, Martin Schmidt. Er ist der Initiator der Begegnungsstätte, die auch als Studienort dienen soll. Die echte Reimann-Wohnung war jedoch belegt, sodass identische Räume im Haus nebenan bezogen wurden.
Brigitte Reimann war Anfang 30, als sie 1960 nach Hoyerswerda kam. Im Braunkohlerevier entstand in Plattenbauweise eine neue Stadt. "Sie war voller Visionen", erinnert sich Schmidt, der sie einige Jahre später kennen lernte.
Der unvollendet gebliebene Roman "Franziska Linkerhand" spiegelt ihr eigenes Leben wider: Das Schicksal einer jungen Architektin, die mit ihren Idealen an der Wirklichkeit scheitert. 1968 zieht sie nach Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern). In einer Berliner Klinik stirbt sie 1973 nach schwerer Krankheit.
Vor der Einweihung des Begegnungszentrums wird in der Aula des Leon Foucault-Gymnasiums eine Theaterfassung von "Franziska Linkerhand" durch die Neue Bühne Senftenberg aufgeführt.