Geschichten wie diese graben sich tief ein ins Herz eines Reporters. Nachrichten, Reportagen, Porträts - das gehört zum Alltag eines Zeitungsreporters. Dann sind da aber auch Geschichten, die unsagbar berühren, weil sie fassungslos machen und zeigen, wie machtlos man dem eigenen Schicksal gegenübersteht.

Es ist die Geschichte von Tyler, einem siebenjährigen Jungen aus Brieske. Der Erstklässler ist gerade dabei, das Abc zu lernen, spielt für sein Leben gern Fußball im Briesker Verein, singt im Schulchor, schwärmt für seine Lieblingsmannschaft vom BVB Dortmund und bolzt im Garten mit Papa Peter und Bruder Kenny. Dann der unfassbare Schicksalsschlag am 16. Juni, der das Leben der vierköpfigen Familie stillstehen lässt. Cottbuser Ärzte diagnostizieren bei Tyler einen seltenen, bösartigen, inoperablen Tumor am Gehirnstamm mit sehr schlechten Heilungschancen. Fassungslos und ohnmächtig vor Angst um das Leben des Sohnes führt Familie Tschage seitdem den Kampf ihres Lebens. Erst Chemotherapie und Bestrahlung im Krankenhaus, später die Chemo in Tablettenform zu Hause. Die letzte MRT-Untersuchung ist niederschmetternd: der Tumor ist gewachsen. Tyler geht es schlecht. Er läuft und spricht nicht mehr. Was den Eltern Kraft gibt, ist die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Senftenberger, die es in dieser Art noch nie gegeben hat. 2500 Menschen gefällt Tylers Facebook-Seite, die Spenden ebben nicht ab, ein Rapper schreibt für Tyler einen Song.

Es sind Geschichten wie die vom tapferen Kämpfer Tyler, die klarmachen, was wirklich zählt im Leben. Ein Weihnachtswunder für die Tschages - nichts ist den Eltern mehr zu wünschen.