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| 11:13 Uhr

Brieske: „Wenn ich an Marga denke. . .“

Lothar Knobloch: Wenn ich an Marga denke, sehe ich einen Ort vor mir, in dem die Wende 1989/90 vieles verändert hat. Die Betriebe schlossen und damit ging verloren, was mein Leben geprägt hatte. Gern erinnere ich mich jedoch an das Marga meiner Kindheit:

Wir Kinder gingen im Sommer an jedem schönen Tag ins Freibad, dem Dreh- und Angelpunkt des Ortes. Es gab zwei Becken: ein Haupt- und ein Nebenbad. Holzbalken grenzten die beiden voneinander ab. Schwimmmeister Bruntsch hatte ein Auge auf die Balken, die der Sicherheit dienten. Wir versuchten trotzdem immer wieder, sie zu lösen und ins Schwimmbecken zu schieben. Jedes Mal, wenn wir gerade dabei waren, kam Herr Bruntsch um die Ecke. Bumms!, kriegten wir alle ein paar geballert.

Es gab eigentlich nur einen Ort, der für uns Kinder noch spannender war als das Freibad: das Glück-Auf-Stadion. Die Einweihung 1953 feierte der ganze Ort. Das wollte sich keiner entgehen lassen! Zwölf Uhr mittags bekamen wir Schüler frei und gemeinsam ging es zum Eröffnungsspiel. Leute aus der ganzen Gegend, insgesamt 35 000 Zuschauer, wollten die BSG Aktivist Brieske-Ost gegen Torpedo Moskau spielen sehen.

Am Ende verlor unsere Mannschaft mit 0:5. Doch selbst die Niederlage konnte unseren Tag nicht trüben. Im Gegenteil. Noch heute ist mir dieses Erlebnis in Erinnerung. [...]

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fünf Erzählsalons in Sedlitz, Lauchhammer, Geierswalde, Marga und Plessa bietet der Verlag Rohnstock Biografien Berlin jeweils nach den Veranstaltungen vor Ort. Sie sind zu lesen im Internet:

www.lausitz-an-einen-tisch.de