Brennende Müllcontainer, Wasserwerfer und zerschlagene Scheiben: Erneut haben mutmaßliche Linksautonome in Leipzig randaliert und erhebliche Schäden angerichtet. Am Rand einer Neonazi-Demonstration warfen linke Gegendemonstranten Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Polizisten. Die Beamten gingen mit Wasserwerfern und Reizgas gegen die schwarz gekleideten Krawallmacher vor. 69 Polizisten wurden nach Behördenangaben verletzt, 50 Dienstfahrzeuge beschädigt. Politiker verurteilten die Krawalle. Zugleich gab es Kritik am Vorgehen der Polizei.

Die Beamten nahmen 23 Menschen vorübergehend in Gewahrsam. Sie waren am Sonntag alle wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft Leipzig leitete mehrere Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs ein. Dies sagte Behördensprecher Ricardo Schulz am Sonntag: "Es gibt etliche Verfahren gegen Vermummte, die mit Steinen geworfen haben. Das war ein Gewaltexzess." Einige von ihnen habe die Polizei ermitteln können. Die Ermittlungen richteten sich zunächst ausschließlich gegen Linksautonome.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte die Ausschreitungen schockierend und sprach von "offenem Straßenterror". Kriminelle diskreditierten den so wichtigen, friedlichen Protest gegen Neonazis. Auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte die Ausschreitungen.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden Beamte aus einer Menge von etwa 1000 Menschen heraus angegriffen. Selbst die Feuerwehr sei angegriffen worden. Nach Angaben der Studentengruppe "Durchgezählt" beteiligten sich etwa 2500 Menschen an Gegendemonstrationen. An der Neonazi-Veranstaltung nahmen laut Polizei weniger als 600 Menschen teil.