In Sachsen ist eine breite Zustimmung für die Schuldenbremse in der Verfassung absehbar. So wie am 1. Februar auf Chefebene vereinbart, findet das Vorhaben auch in den Fraktionen Widerhall. Am Donnerstag stimmte die CDU-Fraktion geschlossen für eine entsprechende Verfassungsänderung, am Freitag will der liberale Koalitionspartner folgen. Auch bei der FDP gilt die Zustimmung als sicher. Als erste Fraktion hatten die Linken am vergangenen Dienstag mehrheitlich der Schuldenbremse ihren Segen erteilt - mit 14 Ja-Stimmen bei fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Allerdings waren nur 21 von 29 Abgeordneten dabei. Der SPD-Vorstand befasst sich am heutigen Freitag mit dem Thema. Dann soll eine Mitgliederbefragung zur Verfassungsänderung entschieden werden.

Auch die Grünen signalisierten am Donnerstag Zustimmung. Dass im Parteirat am vergangenen Wochenende kein Beschluss zur Schuldenbremse zustande kam, war eine Schlappe für Fraktionschefin und Finanzexpertin Antje Hermenau. Sie blickt jetzt optimistisch Richtung Chemnitz, wo vom 8. bis zum 10. März die nächste Landesdelegiertenkonferenz der Grünen steigt. Hermenau geht davon aus, "dass es dort keine große Debatte zu diesem Thema gibt. Das würde mich sehr überraschen und wundern", wie sie am Donnerstag in Dresden sagte.

Die Landtagsfraktion und der Parteirat haben sich bei nur einer Gegenstimme für das Neuverschuldungsverbot ausgesprochen. Der Vorteil eines raschen positiven Votums wäre laut Hermenau: "Wenn das Ding vom Tisch ist, kann man sich ja wieder über Inhalte unterhalten." Unterhalten wird man sich grünenintern sicherlich auch, ob und mit wem man künftig regieren könnte. Hermenau, die ihre Partei schon mal als "Regierung im Wartestand" anpries, versteht sich gut mit CDU-Fraktionschef Steffen Flath.

Ein mögliches Bündnis mit der konservativen Regierungspartei schmeckt indes vielen Grünen nicht. Teile der Partei ziehen ein Dreierbündnis mit Linken und SPD vor - vorausgesetzt, die Wählerstimmen reichen im Herbst 2014 für die jetzige Landtagsopposition. Hermenau hält von diesem Gedankenspiel allerdings wenig. "Die Teile meiner Partei, die Rot-Rot-Grün für eine Regierungsoption halten, haben durch die schwierigen Verhandlungen zur Schuldenbremse wichtige Einsichten gewonnen." Insbesondere mit der SPD sei das Verhandeln - trotz deutlicher Schnittmengen - "schwieriger als gefühlt".