Zugleich halten 82 Prozent der Bundesbürger laut Umfragen eine Organspende für eine gute Sache, aber nur zwölf Prozent haben einen Spenderausweis. Das soll sich nach dem Willen der Bundesregierung ändern.
Nach RUNDSCHAU-Informationen wird das Bundesgesundheitsministerium in der kommenden Woche die größte Kampagne aller Zeiten zur lebensrettenden Organspende starten: Sechs Millionen Spenderausweise sollen verteilt werden. Diese werden an das ministerielle Werbeblatt "Die gesunde Zeitung" angeheftet sein, die zahlreichen Zeitschriften beiliegt. "Deutschland braucht mehr Organspender" lautet das Motto.
Seit zehn Jahren gibt es ein Transplantationsgesetz. Wer will, dass nach dem Tod seine eigenen Organe anderen helfen, der kann Spender werden, indem er einen Spenderausweis ausfüllt und bei sich trägt. Das reicht. Nur viel zu wenige tun dies: Es gibt Extremfälle, da warten Patienten seit neun Jahren auf eine Spenderniere. "Wir haben in Deutschland einen eklatanten Organmangel", heißt es bei der Deutschen Stiftung Organspende, die die Transplantationen bundesweit koordiniert. So beträgt derzeit die Wartezeit auf eine Niere fünf bis sechs Jahre. Für Herz und Niere gilt indes: Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Viele Patienten sterben, weil kein Organ rechtzeitig zur Verfügung steht. Mit ihrer Kampagne hofft die Bundesregierung auf eine Änderung des öffentlichen Bewusstseins zumal in anderen Ländern die Spendenbereitschaft wesentlich höher als in Deutschland ist.
Das Transplantationsgesetz lässt auch Lebendspenden zu, es dürfen aber nur Verwandte ersten und zweiten Grades sowie Ehepartner und andere Menschen in enger persönlicher Verbundenheit Organe zur Verfügung stellen. Dadurch soll Missbrauch verhindert werden.