Ein in Johanngeorgenstadt als Neonazi bekannter Mann soll die Terrorzelle mit der Anmietung zweier Wohnungen in Zwickau unterstützt haben. Mit Rücksicht auf die Ermittlungen könne er jedoch keine weiteren Angaben machen, sagte Oppermann. Auch in Thüringen gibt es Hinweise auf weitere Unterstützer. Wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, gibt es bislang jedoch keine weiteren Festnahmen. Am Montagabend war Holger G. aus Niedersachsen als Unterstützer festgenommen worden.

Indes mehren sich die Indizien, dass die Gruppe für mehr als die bisher bekannten Anschläge verantwortlich ist. So hat die Terrorzelle möglicherweise auch Anschläge in Köln und Düsseldorf verübt, bei denen zwischen 2000 und 2004 mehr als 30 Menschen teils schwer verletzt wurden. Nach Medien-Informationen will die zum NSU gehörende Beate Z. am heutigen Mittwoch eine umfassende Aussage machen. „Sie will auspacken und berät sich deshalb mit ihrem Anwalt“, hieß es in Ermittlerkreisen.

Die Rolle des Verfassungsschutzes in der Mordserie an neun Ausländern wird unterdessen immer mysteriöser. Bei sechs der neun Morde soll ein hessischer Verfassungsschützer in der Nähe des Tatorts gewesen sein. Das hessische Landesamt für Verfassungsschutz wollte keine Stellungnahme dazu abgeben. Oppermann sagte in Berlin, nach dem Stand der damaligen Ermittlungen sei festgestellt worden, dass der V-Mann offenbar am Tatort gewesen war. Nach eigenen Abgaben habe er das Café aber vor der Tat verlassen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen soll die rechtsextreme Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) für eine bundesweite Mordserie an acht Türken und einem Griechen in den Jahren 2000 bis 2006, dem Mord an einer Heilbronner Polizistin im April 2007 und für einen Sprengstoffanschlag am 9. Juni 2004 in Köln verantwortlich sein. Thema des Tages Seite 3