Hier hat die LMBV ab 2013 ohne große Planungen die Devise verfolgt, „so viel Eisenfracht wie möglich vor dem Erreichen des Schutzgutes Spreewald zurückzuhalten. Der beschleunigte Wiederanstieg des Grundwassers, der nach Angaben von Sven Radigk auch auf drei Jahre mit erheblichen Niederschlägen (2010-12) zurückzuführen war, hat Mineralien in den Kippenböden ­– auch Eisen- und Schwefelverbindungen – gelöst. Die Experten sprechen von „diffusen Einträgen“ in die Fließgewässer. So bewegte sich 2012 über Berste, Wudritz, Dobra, Göritzer und Vetschauer Mühlenfließ sowie Eichower und Greifenhainer Fließ eine Eisenfracht von 1520 Kilogramm pro Tag auf das Biosphärenreservat zu. Ein Jahr später waren es schon 2980 Kilogramm.

Zu den Sofortmaßnahmen der LMBV gehörte die Wiederinbetriebnahme der Grubenwasser-Reinigungsanlage Vetschau, die von 2013 bis 2018 rund 300 000 Kilogramm Eisen aus dem Vetschauer Mühlenfließ zurückgehalten hat. Hinzu kam die Wasserbehandlungsanlage (WBA) Eichow, die aus dem Eichower Fließ von 2014 bis 2018 280 000 Kilogramm herausfilterte. „Immerhin 50 Prozent der gesamten Eisenfracht für das Einzugsgebiet des Greifenhainer Fließes“, sagt Radigk, um zugleich darauf zu verweisen, dass hier noch weiter optimiert werden müsse, um das Ziel von maximal drei Milligramm je Liter Eisenhydroxid im Ablauf der WBA Eichow zu erreichen. Um die Trübung auch an der Radduscher Kahnfahrt dauer­haft verschwinden zu lassen, ist am Göritzer Mühlenfließ die Errichtung von Absetzteichen geplant.

Die Maßnahmen im Nordraum, wozu auch die Inlake-Behandlung des Schlabendorfer Sees (Ex-Tagebau Schlabendorf-Süd) mit insgesamt rund 30 000 Tonnen Kalk gehörte, „haben zu einer Schutz-Barriere für die Menschen und den Spreewald“ geführt, erläutert Sven Radigk. Der pH-Wert im Schlabendorfer See wurde von zwei bis drei auf neutrale sechs bis 8,5 gebracht. Im Unterlauf der Berstestadt Luckau bis nach Lübben sei die Eisenbelastung des Flusses nicht mehr signifikant. Und von der einst schwer belasteten Wudritz an der Ragower Kahnfahrt kommt heute Lob von den Kahnfährleuten, weil die Braunfärbung für mehr als 250 Tage im Jahr eingedämmt wurde und somit auch die touristische Nutzung wieder möglich ist.