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Braucht die Deutsche Bank frisches Geld?

Turbulente Zeiten: Deutsche-Bank-Chef John Cryan.
Turbulente Zeiten: Deutsche-Bank-Chef John Cryan. FOTO: dpa
Frankfurt/Main. Die Spekulationen über eine Geldspritze für die angeschlagene Deutsche Bank reißen nicht ab. An einer möglichen Kapitalerhöhung könnten sich Berichten verschiedener Medien zufolge sowohl große US-Banken als auch andere Dax-Konzerne beteiligen. dpa/roe

Eine Sprecherin des größten deutschen Geldhauses wollte diese Informationen aus Finanzkreisen am Freitag in Frankfurt nicht kommentieren. Der "Spiegel" berichtete zudem vorab aus seiner neuesten Ausgabe, die Deutsche Bank könne auf weitere Unterstützung ihres größten Aktionärs, der Herrscherfamilie des Emirats Katar, hoffen. Die Scheichs erwägen demnach, gemeinsam mit anderen Investoren ihren Anteil auf bis zu 25 Prozent aufzustocken.

Dem Institut droht in den USA eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (aktuell gut 12,5 Milliarden Euro) in Vergleichsverhandlungen um Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Die Bank hatte sich zwar entschlossen gezeigt, die Summe noch erheblich zu drücken. Dennoch sind Anleger verunsichert, die Aktie stürzte Ende September unter zehn Euro und damit auf ein Rekordtief, hat sich seither aber wieder etwas erholt.

Die Befürchtung ist groß, die Rückstellungen des Dax-Konzerns könnten für die drohende Strafzahlung nicht reichen - zumal der US-Fall nicht die einzige Baustelle ist. Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte zuvor betont, die Bank wolle sich vorerst kein frisches Geld über die Ausgabe neuer Aktien besorgen: "Die Frage einer Kapitalerhöhung stellt sich derzeit nicht." Die Bank erfülle "alle aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen", habe "weitaus weniger Risiken in den Büchern als früher". Auch Staatshilfe sei kein Thema, betonte Cryan.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) lehnte es am Freitag ab, über staatliche Unterstützung für die Deutsche Bank zu spekulieren.