(dpa/SvD) Im Revisionsprozess um den Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen werden an diesem Montagvormittag vor dem Landgericht Potsdam weitere Zeugen vernommen werden. Ein von der Verteidigung angeregter sogenannter Deal hatte der Angeklagte, der frühere NPD-Politiker Maik Schneider, abgelehnt. Das Gericht hatte angeboten, die Freiheitsstrafe im Falle eines reuigen Geständnisses auf maximal etwa acht Jahre zu begrenzen. Das sei zu hoch, sagte sein Pflichtverteidiger Jens-Michael Knaak.

Sollte das Gericht mit dem Strafmaß weiter nach unten gehen, sei eine Verständigung nicht ausgeschlossen, so Knaak weiter. Ob sich Schneider am Montag vor Gericht äußern wird, sei offen. An dem Tag sollen zwei Stadtverordnete aus Nauen als Zeugen angehört werden.

Schneider war im ersten Prozess wegen schwerer Brandstiftung und anderer Delikte zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil hatte der Bundesgerichtshof wegen der Befangenheit eines Schöffen aufgehoben.

Für Schneiders Komplizen hatte die Staatsanwaltschaft vergangene Woche eine Haftstrafe von sechseinhalb Jahren beantragt. Diese Strafe sei aus Gründen der generellen Abschreckung notwendig, erklärte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Am Freitag (13.30 Uhr) soll das Urteil gegen den 31-Jährigen ergehen.