Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Männer in der Nacht zum 28. Juni 2015 Feuer in einem noch unbewohnten, aber schon voll eingerichteten Mehrfamilienhaus legten. Damit hätten sie den Einzug von Asylbewerbern in der Nachbarschaft verhindern wollen, hieß es.

Die Kammer wertete das ausländerfeindliche Motiv der Männer als strafverschärfend. Die Vorsitzende Richterin nannte Tat und Verfahren "bedrückend" und "erschreckend". "Sie sind nicht irgendwelche Kriminelle, sondern normale Bürger, die in geordneten familiären Verhältnissen leben, Wohnung, Arbeit und Kinder haben", sagte sie. Zum Prozessauftakt am Dienstag hatten die beiden Männer ihre Taten gestanden und Reue gezeigt. Dass die Beschuldigten nach dem Vorfall bedrückt gewesen seien, nahm die Kammer ihnen allerdings nicht ab: Sie hätten sich in der Brandnacht mit anderen gefilmt, während im Hintergrund die Löscharbeiten liefen - und dabei gesungen: "Einer geht noch, ein Asylant geht noch rein." trächtigt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.