"Vor einer Kreisreform brauchen wir erst eine echte Verwaltungsreform, mit der die Städte als Ankerpunkte in der Region gestärkt werden." Wenn Kommunen Aufgaben übernehmen sollen, müsse zudem zuvor die Finanzierung der neuen Aufgaben klar sein.

"In den Plänen fehlt jede Beschreibung der künftigen Aufgaben der Städte für die Bürger", sagte der stellvertretende Bürgermeister von Neuruppin, Arne Krohn (parteilos). "Ich sehe mit großer Sorge, dass die Diskussion derzeit nur auf der Ebene der Landkreise stattfindet." In einem Thesenpapier regten die Städte des "Städtekranz plus" an, zu dem auch Cottbus, Senftenberg und Spremberg gehören, das Zieldatum 2020 aus der Reform zu streichen und vor allem bei Gebietsveränderungen Einigkeit über eine Funktionalreform der Brandenburger Landesverwaltung zu erzielen. Die kommunalpolitische Sprecherin der Brandenburger CDU, Barbara Richstein, nannte die Bedenken der Bürgermeister "nachvollziehbar und zutreffend". "Das Leitbild des Innenministers erfüllt den Anspruch einer umfassenden Funktionalreform, wie vom Landtag gefordert, nicht im Ansatz", so Richstein.

Stattdessen plane die Landesregierung den territorialen Neuzuschnitt, ohne nachvollziehbare Gründe dafür zu nennen. "Gerade die aktuellen Herausforderungen durch die sprunghaft gestiegenen Flüchtlingszahlen offenbaren die Bedeutung funktionierender dezentraler Strukturen." Dem müsse bei der geplanten Reform Rechnung getragen werden.