"Die Diskussion muss wiederholt werden, und die Veranstaltung vom Mittwoch vergessen wir am besten ganz", sagte Dieter Dombrowski (CDU). Das Thema Wolf sei in Brandenburg ein hoch emotionales Thema. Doch statt einer gründlich vorbereiteten Diskussion hätten die Mitarbeiter des Ministeriums den Landwirtschaftsminister und seine Staatssekretärin "ganz schön gegen die Wand" fahren lassen. "Die Landesregierung hat hier die Aufgabe, moderierend zu wirken." Sven Schröder (AfD), Chef des Landwirtschaftsausschusses im Landtag, erklärte, die "lückenhafte Vorbereitung der Veranstaltung" habe eine "konstruktive Diskussion von vornherein nicht zugelassen". Damit habe die gemeinsame Gesprächsgrundlage im Wolfsplenum gefehlt.


Ähnlich äußerten sich gestern auch Vertreter des Regierungslagers. "Der Wolf ist ein hochemotionales Thema, das hat das Wolfsplenum gezeigt", sagte der Landtagsabgeordnete Erik Stohn, der Mitglied des Landwirtschaftsausschusses ist und auch selbst am Wolfsplenum teilnahm, auf RUNDSCHAU-Nachfrage. "Der Weg mit allen Betroffenen zu diskutieren, ist richtig, gerade weil Brandenburg das erste und am meisten von der Rückkehr des Wolfes betroffene Bundesland ist." Dennoch sollte man sich vielleicht erst einmal "in kleineren Runden, wie den bestehenden Arbeitsgruppen, an einen Tisch setzen und Sachargumente austauschen, Grundlagen verabreden und Polemik vermeiden." Erst danach könne es auch im Plenum weitergehen. "Gesellschaftlich relevante Themen wie der Wolf müssen im Diskurs bearbeitet werden, aber nicht unter der Gürtellinie!", forderte Stohn. Und auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, der Prignitzer Abgeordnete Thomas Domres, forderte alle Beteiligten auf, "zur Sacharbeit zurückzufinden". Diskutiert werden müsse, wie Prävention verbessert und Schadenersatz für Nutztierrisse unbürokratisch gewährleistet werden könne. "In welchen Fällen müssen Wölfe getötet oder vergrämt werden, welche fachlichen und rechtlichen Kriterien gibt es dafür, wie wird das praktisch durchgeführt?", fragte Domres.

Dagegen sagte der Sprecher des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums, Jens-Uwe Schade, das Ministerium habe mit dem Plenum erreicht, was man erreichen wollte. "Es ist diskutiert worden", sagte Schade. "Wenn man mal die ganzen Emotionen abzieht, die da im Raum waren, ist schon einiges erreicht worden." So sei eine neue Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die sich speziell den Problemen der Rinderhalter widme. Das Ministerium werde nun im Sommer weiter an einem Entwurf des Wolfsmanagementplanes arbeiten.